Gut & Böse vereinen?

Zur Dualität gehört: Weisheit & Liebe, Licht & Wärme, Intuition & Erkenntnis, Gefühl & Gedanke, Yin & Yang, Frau & Mann und unendlich vieles mehr.

Zur Polarität gehört: Gut – Böse, Wahrheit – Lüge, Positiv – Negativ, Hell – Dunkel, Heiß – Kalt und unendlich vieles mehr.

Das Eine sind Dualpaare, die in Austausch und Wechselwirkung zueinander stehen und manchmal nur wie Gegensätze aussehen. Das Andere SIND Gegensätze, die sich tatsächlich gegenseitig aufheben.

Ein Beispiel: Zustände des Friedens heben Zustände des Unfriedens und des Hasses auf. Niemals ergänzen sie sich. Ebenso alle Polaritäten, die wir durch Lieblosigkeit verursachen, wie zum Beispiel: Sexualität in Beziehungsabsicht und Sexualität ohne Beziehungsabsicht, oder Liebeseifer füreinander oder Eifersucht gegeneinander.
Es gibt unzählige solcher Trennungen, die zu Gegensätzen führen, die sich nicht ergänzen, sondern das jeweilig Andere aufheben, auslöschen oder uns für den jeweils anderen Aspekt unempfindlich machen.

Ist nun die Liebe selbst, ist Gott auch ein Teil dieser Gegensätze? Oder ist ER ein Teil der Dualität..?

Nein, Gott IST DIE Dualität!

Und zwar die Dualität der göttlichen Liebe & Weisheit!

Sie allein besteht in ihrer unfassbaren und unendlichen Wechselwirkung!
Sie erfüllt insbesondere die Dinge, die in der Dualität bestehen und zur Dualität gehören. Daher heißt es auch, dass der Mensch, dass Mann & Frau als EBENBILD Gottes geschaffen sind.
So alle weiteren Dinge, die wie Gegensätze aussehen, aber in fruchtbarer Wechselwirkung zueinander bestehen.
Die ganze Schöpfung ist in dieser Weise aufgebaut und man kann in der Natur diese ergänzenden Gegensätze praktisch überall sehen und hören, empfinden und wahrnehmen. Wenn man nur ein offenes Herz dafür hat.

Herz & Kopf, Intuition & Erkenntnis und Gefühl & Gedanke sind zum Beispiel solche Dualpaare. Es sind sozusagen die Grundfähigkeiten unserer Psyche oder Seele. In diese kann die göttliche Liebe & Weisheit einfließen, wie in ein Gefäß. Dann sind unsere Gedanken mit Weisheit und unsere Gefühle mit Liebe erfüllt und treten in lebendige Wechselwirkung zueinander und wir entsprechen als Abbild dem Urbild Gottes.

Ein Mensch der wirklich von Gott erfüllt ist, wird also nicht auf die Idee kommen: Dass das Böse wie das Gute in Gott sei! Auch wird er nicht auf die unsinnige, esoterische Ansicht hereinfallen, dass man Böses wie Gutes tun muss um Erfahrungen zu sammeln.
Er fühlt vielmehr in seinem Herzen, dass dies Ausflüchte, Ausreden und spirituell untermauerte Rechtfertigungen sind um eben NICHT an sich zu arbeiten.
Er fühlt, dass dies Selbstbetrug ist! Eine verdeckte Entscheidung für das Negative oder allenfalls eine scheinheilige Variante des Bösen. Um das Böse eben nicht zu meiden, – weil er es in Wahrheit liebt!

Und der Mensch rechtfertigt nun mal immer, was er liebt!

Denn nicht was der Mensch versteht, rechtfertigt er, sondern was er liebt. Und sei es gegen jede Vernunft!

Umso mehr man aber das Böse meidet, ist man auch schon im Guten!

Zu erkennen was „gut“ ist, heißt noch lange nicht, zu erkennen was Liebe ist.

Aber im eigenen Herzen zu fühlen, was das „böse“ ist, was ich im HIER & JETZT meiden soll, das ist der Weg zur Liebe. Ein schrittweiser Weg um wieder Intuition zu bekommen und mehr und mehr erfüllt zu werden von der Liebe Gottes – wenn wir diesen Weg mit seiner Hilfe auch gehen.

Aber nur das vom Gewissen auferlegte „Gute“ zu tun, kann ebenso zur Selbstgerechtigkeit führen und zur Scheinheiligkeit. Das, was vielen Christen oft zu Recht vorgeworfen wird.

Denn das Gewissen ist oft fehlgeleitet und wir haben tatsächlich keine „Rezeptoren“, die uns wirklich erkennen lassen, was das „Gute“ ist. Oft ist das sogar die Ablenkung schlechthin um uns spüren zu lassen, wo die Herausforderung gerade tatsächlich liegt.
Aktivitäten im „Außen“ die uns wichtig und gut erscheinen, geben uns nicht selten das Gefühl auf einen „guten Weg“ zu sein.

Daher ist nicht das Gute tun, sondern das Böse NICHT tun, die einzig wahrhaftige Variante des Guten!
Daher spricht Paulus auch von der Freiheit des Christenmenschen, wie er das nennt. Weil wir völlig frei davon sind „Gutes“ tun zu müssen. Denn allein das „Böse“ meiden mit der Hilfe Gottes, beinhaltet alles Gute!

Solange wir das nicht erkennen, können wir ebenso facettenreich auf einer Stelle treten, wie alle Selbsterlöser auch. Erst aber, wenn wir unser Ego gänzlich hinter die Liebe Gottes gestellt haben, wenn unser Wollen ganz und gar nur noch ist, dass Christus in uns lebt, wie es der Apostel Paulus so schön sagt. Dann ist uns die Liebe ein echtes Anliegen in unserem Leben geworden und wir können spüren und fühlen, was die echten, inneren Motive unseres Handelns sind!

Ohne Hingabe und Selbstaufgabe ist das aber nicht möglich, wie eingangs erwähnt!
Daher geht die Rechnung auch erst dann auf, wenn wir Gott anerkennen und uns selber, unseren Stolz und unser „Selbst-was-sein-wollen“ komplett verleugnen, wie Jesus sagt:

„Wer mir nachfolgen will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir. Denn wer sein Leben erhalten will, der wird’s verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird’s gewinnen“ (Mt. 16,25).

Nichts ist realer als Gut und Böse, in der EIGENEN Seele und im EIGENEN Herzen, was es zu meiden gilt – auch wenn es die subjektivste Sache der Welt ist! Kannst du diese Wahrheit fassen?

Denn was hat auch die Lüge mit der Wahrheit für eine Gemeinsamkeit? Oder welche Gemeinsamkeit hat gut mit böse und positiv mit negativ?

Manche behaupten, das wären nur Schattenbilder unserer Projektion oder Schöpfungen unseres Geistes und sind demnach ohnehin nicht real. Ja, im AUSSEN betrachtet mögen sie oft nicht real sein. Aber wenn wir das subjektiv „Böse“ in unserem eigenen Herzen meiden, bekommen wir wieder eine reale Vorstellung von der Liebe und von dem, was gut und wahr ist – aber für uns selber! Und eben NICHT für andere.

Wir wachsen wieder in der Liebe, weil die duale Liebe & Weisheit Gottes in UNS wieder zu fließen anfängt!

Es mag sein: Die göttliche Liebe ist mehr als das Gute, mehr als das Wahre, mehr als das Positive. Sie ist mehr als jeder positive Aspekt, den es in der Welt der Polarität gibt. Aber sie ist auch das!

Der positive Aspekt der Gegensätze ist der WEG zur Liebe!

Daher sagt Jesus Christus nicht nur: Ich bin die Wahrheit und die Liebe, sondern ER sagt: Ich bin der WEG, die Wahrheit & die Liebe!

Mit IHM und allein mit IHM wird nämlich dieser WEG überhaupt erst möglich! Und ist dann sogar ein leichter Weg. Denn Jesus sagt an anderer Stelle: „Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.“ Und weiter: „Denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht.“

Schwer und unerträglich hingegen werden unsere Lasten nur, wenn wir den esoterischen Weg des „Selber-Gott-Seins“ gehen. Und wenn wir „Gut und Böse“ in einen Topf werfen!

Dieser Weg mag zunächst „leichter und freier“ erscheinen und so überaus tolerant und liebevoll!

Aber wer in der falschen Toleranz von Gut und Böse lebt, der überfrachtet und überlädt sich nur unendlich. Und wird immer wieder unter dieser Last zusammenzubrechen. Immer wieder. Er rechtfertigt dann nicht nur das Böse, sondern unterschätzt es auch in seiner ganzen Dimension! Und schließlich blockiert er sich in einen kraftlosen und zugleich stolzen Zustand hinein, in dem es dann tatsächlich viel zu anstrengend ist, das Böse in der eigenen Brust zu meiden.

Und ohne Jesus Christus ist dieses Unterfangen auch für jeden Menschen zu anstrengend.

Es bleibt dann gar nichts anderes übrig, als sich in eine heile Weltanschauung zu flüchten und sich in eine „Liebe“ hineinzumeditieren, um die Situation, so wie sie eben ist, zu rechtfertigen.

Ja, die göttliche Liebe verzeiht und vergibt, aber will sie deswegen, dass wir das „Böse“ tun?
Ja, die göttliche Liebe ist selbstlos und lässt frei, aber will sie deswegen, dass wir diese Freiheit missbrauchen?

Liebe ist nie frei von Absicht. Liebe ist nie nur bedingungslos, sie ist die Bedingung selbst. Liebe ist nie beziehungslos, sie ist die höchste, persönlichste und intensivste Form von Beziehung. Liebe ist nicht frei von Liebe! Liebe liebt die Wahrheit. Und Liebe schließt immer eine Absicht, ein Wollen in sich. Liebe ist Kraft und Energie, sie verwandelt, aber hebt nie auf, sie läutert und erneuert und gebiert eine höhere und bessere Absicht. Sie ist Lebendigkeit und Leben, bezieht immer Stellung und macht sich angreifbar. Denn sie ist persönlich. Es gibt keine Liebe, die sich nicht auf irgendjemand oder irgendetwas bezieht. Die niedrigste Form der Liebe bezieht sich auf sich selbst. Das ist die Selbstliebe. Die höchste Form der Liebe bezieht sich auf ein Du. Daher ist die höchste Form der Liebe gleichzeitig die höchste Form, die sich auf ein Du beziehen kann. Auf Gott! Im Idealfall auf den menschgewordenen Gott: Jesus Christus. Unser aller wahrer Erlöser! Er allein ist der WEG, der uns frei machen kann, – auch von der falsch verstandenen Form der Freiheit, die Gut und Böse zu vereinen versucht!

lebenslebendig

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Veröffentlicht von

lebenslebendig

seit mehr als 25 Jahren bin ich auf meinem spirituellen Weg der durch viele esoterische Richtungen wieder zurück zum Christentum geführt hat. All die Jahre hindurch hat mich das Studium sämtlichen Schriften aus dem Urchristentum nie losgelassen. Mir geht es inzwischen absolut wie in dem Gleichnis von dem Schatz im Acker oder dem, der DIE Perle gefunden hat: „Das Himmelreich gleicht einem Schatz, verborgen im Acker, den ein Mensch fand und verbarg; und in seiner Freude ging er hin und verkaufte alles, was er hatte, und kaufte den Acker. Wiederum gleicht das Himmelreich einem Kaufmann, der gute Perlen suchte, und als er eine kostbare Perle fand, ging er hin und verkaufte alles, was er hatte, und kaufte sie.“ ( Matth. 13,44-45)

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