Benötigt der Glaube gute Taten?

fragen Christen in Diskussionen auf Facebook oder anderswo ernsthaft. Das ist leider kein Witz, die Antwort lautet oft: Nein. Busse und Sünden bekennen reicht und natürlich der Glaube, dass Jesus die Erlösung bereits vollbracht hat. Sind die Sünden dann immer noch da… wieder einfach nur Busse und bekennen… und so weiter…

Ja, und genau so sieht es in der Christenheit auch aus. Scheinheiligkeit so weit das Auge reicht!

Man nennt das den sogenannten Absolutheitsanspruch, welchen die Kirchen vor einigen Jahrhunderten für die Christenheit entwickelt haben. „Nur wer an Christus glaubt, kommt in den Himmel“, verlautet es dort, „alle anderen in die Hölle!“
Unabhängig davon, wie deren Leben war.

Aber, mal ehrlich, das glaubst Du wirklich?
Das ist als Christ wirklich Deine Herzensüberzeugung?

So viel steht fest: Zu Zeiten der Urchristenheit gab es diese Denkweise jedenfalls nicht!

Es gab sie schon einfach deshalb nicht, weil es die Rechtfertigungslehre, dass Gott Vater seinen Sohn am Kreuz für unsere Sünden als Opfer kreuzigen hat lassen, nicht gab und nicht geben konnte. Wurde diese, der Liebe unwürdige „Erlösungsvorstellung“, die einen zornigen Gott voraussetzt, doch erst viel später von der Kirche erfunden.

Was es hingegen gab, war sehr wohl der Glaube an JESUS CHRISTUS als Überwinder, Heiler und Erlöser, der aufgrund SEINER Auferstehung EINZIGARTIG die Macht hat, für jeden an IHN Glaubenden ebenfalls der Beistand zu sein, um seine Sünden zu überwinden. Sofern man dies auch ernsthaft will!

Nicht mehr und nicht weniger!

Und allein davon zeugen auch die Evangelien!

Niemand hat von einer Erlösung im Sinne eines Hokuspokus gesprochen, welche sich vollzieht, wenn man oben genannte Grausamkeiten glaubt oder sich suggeriert! Niemand hat sich eine Heilsgewissheit eingeredet, weil er an eine „stellvertretende Erlösung“ glaubt, nach welcher er selber nichts mehr beitragen kann und auch gar nicht soll. Denn dies käme demnach tatsächlich einem Unglauben gleich, denn wenn die Erlösung stellvertretend bereits erfolgt ist, bedarf es bei jeder Herausforderung und Versuchung auch nur noch zu glauben bzw. sich die Erlösung zu suggerieren! Denn niemand kann ohne den Glauben an die schon erfolgte Erlösung Gutes tun, wird gefolgert.

Was für ein bequemes Ruhekissen!

Ach ja, wenn das doch nicht wirkt, liegt es natürlich am mangelnden Glauben und Gruppensuggestion in der Gemeinde oder Kirche!

Lieber Christ, schneide doch endlich die alten und bequemen Zöpfe ab, die Dich in falscher Sicherheit wiegen und nur unsäglich davon abhalten auch wirklich in Gottes Namen zu kämpfen und zu siegen!

Jesus hat das Böse überwunden, in SEINER eigenen Seele, ER der einzig Starke, der den Starken band um ihn auch in Dir binden zu können! Siehe dazu: www.dreieinheit.de
Was um alles in der Welt könnte Dir SEINE Erlösung bringen, wenn sie nicht auch in Dir geschieht? Und wie soll sie in Dir geschehen, wenn nicht Schritt für Schritt als Prozess und in immer wieder erfolgenden Kämpfen und echter Hinwendung? Und dies ganz wie aus Dir selbst und dabei doch ganz aus Gott! In Gebet und Flehen!
Nichts passiert da einfach nur aus Dankbarkeit, weil ich etwa schon erlöst bin – außer Scheinheiligkeit!

Merkst Du, dass dieser Absolutheitsanspruchs böse Konsequenzen hat? Dass er nicht nur in falscher Sicherheit wiegt sondern auch unfähig macht, in Gottes Namen zu überwinden? Weil dabei in der Konsequenz logischerweise dieser oben genannte Glaube immer für wichtiger gehalten wird als das Leben?
Dass seither Glaubensstreitigkeiten, Intoleranz und gegenseitige Verurteilungen das Bild der Christen prägen? Und ein Bild der Verwüstung an schlechten Taten im Namen Gottes?
In grenzüberschreitender Selbstgerechtigkeit überall nur noch der Teufel und das Böse gesehen wird, wobei es nicht selten genau der Gott der Liebe ist, der den Horizont weiten und aufzeigen will, was SEINE Weisheit und Größe wirklich ist?
Und, dass auf diese Weise auch keine Auseinandersetzung mehr stattfindet mit den verschiedensten spirituellen Strömungen unserer Zeit, zumindest nicht mehr fruchtbar, weil darin nicht mehr suchende Menschen erkannt werden, sondern nur noch Verlorene, Verblendete und Sünder?

Denn entweder man glaubt an die oben genannte Rechtfertigung und ist erlöst oder man glaubt sie eben nicht und ist verloren!

Kannst Du erkennen? Dass mit dieser scheinbar „kleinen“ Abweichung das Christentum komplett auf den Kopf gestellt wurde?

Und mal ganz ehrlich, wer glaubst im Ernst, dass er damit einem ehrlich suchenden Menschen, da draußen, wirklich gerecht wird?

Diese Weltsicht unterscheidet sich im Grunde nicht von der sehr fundamentalistischen und radikalen Weltsicht der Muslimen.

Jeder Absolutheitsanspruch trägt diesen Keim des Todes und des Krieges in sich!

Aber so bilden sich in den meisten Gemeinden regelrechte Suggestionswellen ähnlich dem „Positiv Thinking“ des New Age die in ihrer Konsequenz zu massenschizophrenen Auswüchsen führt. Das ist der Geist dieses Irrglaubens, der Geist der Rechtfertigungslehre in Reinkultur, wie im Großen so im Kleinen! Und das soll der Geist Jesu sein?

Nichts haben wir heute mehr als Gläubige ohne Moral, „Herr, Herr Rufer“ ohne Liebe und ohne Charakter und Gewissen. Wann setzt sich endlich die einfache und selbstredende Erkenntnis durch, dass nur das zählen kann, was in Deinem Herzen ist? Was Deine Taten bezeugen?

Darum ging und geht es im wahren Christentum wirklich!

Du glaubst, nur wer an diese Rechtfertigung glaubt, die man übrigens nur in Paulus hineininterpretieren kann, verbringt etwa diese guten Taten?

Dann will ich Dir eine einfache Frage stellen:
Wer ist es, in diesem Fall, der Liebe erweist?
Der an das Rechtfertigungswerk gläubige Anbeter Jesu, der an den verletzten Samariter vorbeiläuft oder der Ungläubige, der diesem hilft und zur Seite steht, wie im Evangelium geschrieben steht?

Urteile selbst!

Und steht nicht in der Schrift? „..und sie wurden gerichtet, ein jeglicher nach seinen Werken“?

Ist es so schwer zu verstehen, dass Glauben und spirituelle Überzeugungen niemals einen Selbstzweck haben? Dass sie idealerweise nur einem Ziel dienen. Dem Ziel, einen besseren Menschen aus Dir zu machen?

Wahrheit ist nun mal nicht einfach nur eine Weltanschauung, die man im Kopf herumträgt und damit wäre schon das Heil bewirkt!
Wahrheit ist das, was man im eigenen Leben erkennt und lebt!
Es ist die Lebenswahrheit, die reifen und wachsen muss
aufgrund von Erfahrungen und Schicksale, die man meistert und
aufgrund des Mutes, faule Kompromisse in seinem Leben zu beenden.

Diese allein schließen Herz und Erkenntnis auf, wenn man wirklich nach
der Wahrheit sucht, aus Liebe zu Gott!

Würde also jeder das Maß der Wahrheit, welches er bereits erkannt hat nicht nur glauben, sondern auch wirklich leben, egal welcher spirituellen Überzeugung er angehört, so würde auch jeder von der übergeordneten Wahrheit, die das Leben ist, überführt werden und in
Wahrheit und Weisheit voranschreiten, sofern er wirklich ernsthaft sucht.

Konsequenterweise kommt er dann zur übergeordneten und lebendigen Wahrheit, zu JESUS CHRISTUS, aber es muss ihm keiner vor seiner Zeit etwas überstülpen!

Denn wer nicht ernsthaft sucht, der findet nicht! Genau das ist vielmehr das Problem.
Und viele suchen nun mal nur sich selbst und ihr eigenes Wohlergehen!

Aber die Sehnsucht nach Gott, nach der erlösenden Liebe, ist eine Liebe der uneingeschränkten Hingabe an Gott. Diese hat und entfacht nun mal keiner mit Angst- und Drohpredigten.
Um diese Suche, um diese Sehnsucht nach wahrer, selbstloser Liebe geht es aber, weil das die „Suche“ ist, die jeden fündig macht!

Diese entfache!

Entfache sie durch Dein Vorbild, durch Deine Liebe und Lebenswahrheit, indem Du mit Gottes Weisheit jedem da begegnen kannst, wo er steht!
Das lässt reifen, das lässt wachsen! Und im Mittelpunkt steht die Liebe und nicht das Trennende.
Echte Werte und nicht die Weltanschauung.
So und nur so wird aus Liebe zu Gott und der gegenseitigen Liebe jeder Stück für Stück SEINEN Weg finden! Im Leben WIE im Glauben!
lebenslebendig

Veröffentlicht von

lebenslebendig

seit mehr als 25 Jahren bin ich auf meinem spirituellen Weg der durch viele esoterische Richtungen wieder zurück zum Christentum geführt hat. All die Jahre hindurch hat mich das Studium sämtlichen Schriften aus dem Urchristentum nie losgelassen. Mir geht es inzwischen absolut wie in dem Gleichnis von dem Schatz im Acker oder dem, der DIE Perle gefunden hat: „Das Himmelreich gleicht einem Schatz, verborgen im Acker, den ein Mensch fand und verbarg; und in seiner Freude ging er hin und verkaufte alles, was er hatte, und kaufte den Acker. Wiederum gleicht das Himmelreich einem Kaufmann, der gute Perlen suchte, und als er eine kostbare Perle fand, ging er hin und verkaufte alles, was er hatte, und kaufte sie.“ ( Matth. 13,44-45)

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s