Warum jedes totalitäres System einen „Hexenwahn“ braucht

Immer wenn totalitäre Systeme bestehen oder entstehen und ihre alleingültige Wahrheit anpreisen, entsteht gleichzeitig damit eine Art „Hexenwahn“ bzw. Verfolgung von Minderheiten. Aber warum ist das so und warum braucht ein totalitäres System so etwas?

Die Antwort liegt tief in der Psyche des Menschen begründet und beinhaltet die Absicht egoistische sowie macht- und habgierige Motive nach Außen hin als gut und für die Allgemeinheit als nützlich darzustellen und zu bemänteln um einen Aufstand oder das Aufdecken dieser unreinen Absichten durch andere zu verhindern.

Die kleinsten Systeme dieser Art können im Familienverbund bestehen, größere in Firmen- oder Gesellschaftsgemeinschaften und das Größte im Staatssystem.

In diesem Pyramidensystem handeln meist nur wenige an der Spitze Stehenden als „Eingeweihte“ und oft sind sich auch diese keineswegs immer einig. Das Einigende ist vielmehr das einigende pauschale Interesse an mehr Macht und Einfluss welches bei Einzelnen in einem krankhaft gesteigerten Machtwahn gipfeln kann, der keine Grenzen mehr zu kennen scheint!

Neben den „Eingeweihten“ gibt es unterhalb dieser Spitze dann diejenigen, die durch die Sachzwänge gezwungen sind.
Es sind diejenigen welche aufgrund ihrer Position eine gewisse „Fallhöhe“ erreicht haben und durch falsche Zugeständnisse und weil sie sich da und dort „Gefälligkeiten“ angeeignet haben, in dem System „zu überleben“ gelernt haben. Es sind die „Erpressbaren“ und „Speichellecker“ die gerne nach unten treten und nach oben Buckeln.
Diese werden zu Gehilfen des totalitären Systems ohne selber Eingeweihte zu sein, da sie einen guten Machtinstinkt entwickelt haben und genau wissen in welcher Verlaufsrichtung die Macht verläuft.

Diese Eingeweihten und Erpressten bilden nun zusammen die sogenannte Machtelite die immer aus einer relativen Minderheit besteht. Um aber eine Mehrheit in der Bevölkerung zu erreichen, die auch als „relative Macht-Mehrheit“ bezeichnet werden kann, müssen nun die „gefährlichen Erpressten“, die aus dem System aussteigen wollen und die Wahrheit aufdecken könnten, auf Linie gebracht werden.

In diesem Punkt kommt die Ächtung zum Einsatz die die eigentliche Massenpsychose in Gang setzt. Der „Querdenker“ muss dabei zunächst möglichst klar und einfach definiert und anschaulich diffamiert werden. Alle weiteren Aufecker der Wahrheit werden dann mit dieser Gruppe identifiziert und in die selbe Schublade gesteckt. Dabei wird unaufhörlich suggeriert, dieser ist nicht einfach nur unbequem, er zerstört das Kollektiv, da er eine konträre Haltung gegenüber dem herrschenden System einnimmt. Das herrschende System präsentiert sich dabei unmerklich als DAS Kollektiv.

Diese Vorgehensweise hat einen Doppeleffekt: Erstens werden die Querdenker angeschwärzt und damit unglaubwürdig gemacht und auf der anderen Seite werden die Erpressten damit weiter auf Linie gebracht und zahlenmäßig vermehrt um die Macht-Mehrheit zu erreichen.

Keiner will von diesen im Abseits stehen oder geächtet werden. Wichtig ist also in erster Linie EINS: Die sofortige und gnadenlose Ächtung jedes Abweichlings im Ansatz! Egal wie groß dessen Ansehen und Glaubwürdigkeit auch sein mag. Würde der „Querdenker“ salonfähig entstünde der gegenteilige Effekt und das System würde immer mehr erodieren.

Neben den Eingeweihten und den Erpressten gibt es aber noch die Masse. Die große Masse der Menschen die bei diesem „Spiel“ mitspielen müssen. Es ist ja schließlich immer die Masse die bei diesem Prozess ja ausgeraubt und ausgeplündert werden soll.

Wie erreicht man nun, dass diejenigen die dabei die eigentlichen Verlierer sind, ihrem eigenem Nachteil zustimmen?

Man erreicht sie am Effektivsten indem man ihnen vorgaukelt einem hehren und gutem Ziel zu dienen und dass sie dafür nur vorübergehend Opfer bringen müssten aber dies für die Allgemeinheit von existentieller Wichtigkeit und Bedeutung sei.
Um dies zu erreichen benutzt man nun auch wieder die Geächteten und propagiert auf alle erdenkliche Weise wie schädlich diese doch sind und wie gefährlich es ist, sich deren Meinung auch nur anzuhören bzw. wie äußerst gefährlich es ist auch nur Verständnis für diese zu äußern.

Damit ist schließlich der unabdingbare Hexenwahn eines jedem totalitären Systems geboren. Er ist also nicht nur ein Nebeneffekt sondern eine wichtige und tragende Säule eines jeden totalitären Systems.

Das Fatale und völlig unterschätzte dabei aber ist, ab dem Zeitpunkt an dem die „Hexenjagd“ eröffnet wird, zählen in dem System Aufklärung und Wahrheit nicht mehr! Ja, sie können dem System ab diesem Zeitpunkt nicht mehr gefährlich werden und es erreicht damit einen geschlossenen Kreis der Macht. Warum?

Das emotionale Übergewicht dieser Hetze verdrängt bei vielen Menschen das emotionale Bedürfnis nach Wahrheitsfindung. Mit anderen Worten. Die Wahrheit ist ihnen egal geworden, da sie nun lieber an den „Schädling“ und Feind im Außen glauben.

Der Mensch, der selber in der Verdrängung seiner Probleme lebt, ist dabei vermutlich wesentlich eher zu einer destruktiven Form der Problembewältigung geneigt, als der bewusste und selbstreflektierte Mensch. Auch fällt es diesem naturgemäß wesentlich schwerer zu einer gesunden Vernunft zurück zu kehren.

Darin zeigt sich, dass ein großer oder zu großer Anteil der Bevölkerung, der sich täuschen lässt, auch selber in seinem Leben diese Art der Lebensbewältigung gewählt hat oder zumindest sehr unbewusst lebt. Er wird immer lieber Probleme vertuschen oder Schuldige suchen, als bei sich selbst zu schauen.
Diese Menschen schützen ihr eigenes System und das ihrer Peiniger um ihr vermeintlich heiles Weltbild zu erhalten.

Oft sind sie schon Opfer eines bestehenden Systems der Lüge, welches sie aufrecht erhalten oder zumindest nicht hinterfragen wollen. Oft sind es Menschen die man als „Gutmenschen“ bezeichnet da sie sich weniger das Gute, als vielmehr den Schein des Guten auf die Federn schreiben wollen. In jedem Fall ist es aber eine Art von Lüge die jetzt im Außen aufrecht erhalten wird, weil sie im Inneren schon längst gelebt und praktiziert wird.

Diejenigen unter ihnen, die ständig Opfer sind, haben aufgehört zu Fragen, wem nützt eine Sache (Cui Bono)? Denn auch dies würde der Wahrheitsfindung dienen, wie es Franz Grillparzer so schön schreibt:

„Die moralische Kraft ist mir verdächtig, die den Weg der Stärke wählt, wenn er zugleich der des eigenen Vorteils ist.“

Ihnen aber ist nichts mehr verdächtig, den sie leben in der unbewussten Welt der Zugeständnisse in vielerlei Hinsicht und der Durchbruch in niedere Instinkte der Hexenjagd ist ihnen weitaus greifbarer, realitätsbezogener und einfacher als der vernünftige und werteorientierte Wahrheitsfindungsprozeß, der von der „Elite“ auch durch Verschleierung und Verwirrung zudem extrem erschwert wird.

Das sogenannte Milgram-Experiment (erstmals 1961 in den USA durchgeführt) zeigt, wie sehr einfache Menschen zu unfassbaren Grausamkeiten fähig sind, sobald sie eine wissenschaftlich glaubwürdige Autorität dazu legitimiert.
Es gibt ein zweites sozialpsychologisches Experiment, welches in diesen Zusammenhang gehört, das Stanford-Prison-Experiment. Es wurde 1971 in der Stanford University durchgeführt und musste vorzeitig abgebrochen werden, da es vollständig eskalierte.

Es zeigt wie einfach Menschen in eine Massenpsychose geführt werden können, wenn eine Minderheit erst einmal stigmatisiert und als „schädlich“ dargestellt wurde. Wie sehr und wie leicht diese gefährliche Dynamik unterschätzt wird zeigen viele unverantwortliche Aussagen von Politikern und Medien in Zusammenhang mit der Stigmatisierung von „Ungeimpften“ in der gegenwärtigen Zeit nur all zu deutlich. Ist aber dieser Teufelskreis der Massenpsychose erst einmal eröffnet wird ihn keine Autorität dieser Welt mehr aufhalten können und das Ergebnis ist der größte Horror dem man sich nur vorstellen kann!

Wer sich noch etwas anschaulicher mit dem Thema beschäftigen will, der informiere sich über das Stanford-Prison-Experiment noch etwas ausführlicher und wie wichtig dabei eine vorausgehende Depersonalisierung ist, wie sie z.B. auch durch eine Maske bzw. Mundschutz, erzielt werden kann. Social-Distancing und die Komplexität der Regeln, gegen die verstoßen werden kann, spielt dabei eine weitere wichtige Rolle. Alles nur Zufall zur heutigen Coronakrise und ihrer Maßnahmen?
Wer sich lieber zurücklehnen will und sich diese Dynamik erstmal nur in einem Spielfilm anschauen will, dem empfehle ich den deutschen Spielfilm „Die Welle“ von 2008 mit Jürgen Vogel in der Hauptrolle. Er ist dem Stanford-Prison-Experiment nachempfunden und zeigt die Voraussetzungen dieses Experiments und seiner Dynamik sehr gut auf. Nach dem Film lohnt sich ein nüchterner Blick nach Draußen in die Realität und wie wichtig es ist, Spaltung und Hetze sowie Diffamierung von Minderheiten eine ganz klare Absage zu erteilen. Selbst wenn sie von hochrangigen Politikern kommt die damit allenfalls die Kleinheit ihres Geistes und ihres Charakters offenbaren.

Der Friede Gottes, der Werte, der Liebe und der Wahrheit sei mit allen Menschen, die auf Versöhnung anstatt Entzweiung setzen überall auf dieser Welt!


lebenslebendig


Weiter Link zum ‚Thema:

https://www.storl.de/artikel/in-den-faengen-des-wahnsinns/

Dort zu finden, ein hochinteressanter, geschichtlicher Beitrag zum Thema Massenwahn von Wolf-Dieter Storl: „Das Volk der Xhosa in Südafrika“

Veröffentlicht von

lebenslebendig

seit mehr als 25 Jahren bin ich auf meinem spirituellen Weg der durch viele esoterische Richtungen wieder zurück zum Christentum geführt hat. All die Jahre hindurch hat mich das Studium sämtlichen Schriften aus dem Urchristentum nie losgelassen. Mir geht es inzwischen absolut wie in dem Gleichnis von dem Schatz im Acker oder dem, der DIE Perle gefunden hat: „Das Himmelreich gleicht einem Schatz, verborgen im Acker, den ein Mensch fand und verbarg; und in seiner Freude ging er hin und verkaufte alles, was er hatte, und kaufte den Acker. Wiederum gleicht das Himmelreich einem Kaufmann, der gute Perlen suchte, und als er eine kostbare Perle fand, ging er hin und verkaufte alles, was er hatte, und kaufte sie.“ ( Matth. 13,44-45)

Ein Gedanke zu “Warum jedes totalitäres System einen „Hexenwahn“ braucht”

  1. Danke,
    eine wunderbare und klare Zusammenfassung der alten, wie aktuellen Geschehnisse.
    Ja, es ist unsere Verführbarkeit
    und das eben auch, wie du es beschreibst, über das Kapern von hehren Zielen, von Werten, mit und ohne der kleinen Manipulationen und em Streuen von Lügen.

    So können sie uns, die Eliten und die Erpressten, dann auch prima den Schneid,
    wie auch den freien Willen abkaufen.
    … mit ’nem Appel und ’nem Ei, ’nem Räppelchen und ’ner Tüte Prestige,
    wie ich es gerne immer salopp umschreibe, kriegen „sie“ die große Vielzahl auf ihre Seite,
    bewußt oder unterbewußt.

    So lange wir uns nicht aufnmachen, zu erkennen,
    wer wir sind und auch … – welche Aufgabe wir haben,
    geraten wir wieder und wieder in diesen Teufelskreis der Selbsttäuschung, des Selbstbetrugs, der dann dazu führt, daß wir dem „blanken“ Egoismus frönen …

    Sicher wird es auch helfen, das göttliche Prinzip des Lebens zu erkennen, zu verstehen und auch zu leben:
    Nehmen, um zu geben.

    Derzeit handeln wir nach dem auf den Kopf gestellten Prinzip:
    Geben, um zu nehmen!
    … und so verkommt alles zu einem Mittel zum Zweck (Egoismus??!!!)

    Nun mag man sich fragen, zu erstgenannten Prinzip:
    Von wo sollen wir denn nehmen?

    Tja, hier auf deinem Blog, in diesem „Umfeld“ liegt die Antwort ja nahe:
    Der, der da mit Freude und in Fülle gibt …

    Möge die Erkenntnis wachsen,
    Raphael.

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