Das vorausgesetzte Gute

Es geht in spirituellen Kreisen um zahlreiche Themen: Wie bewältigt man sein Leben, wie kommt man zu Erkenntnis und Reife, was ist die Wahrheit und wie gelangt man zu Wissen, Weisheit und Heilung und vieles mehr.

Seltener hingegen wird gefragt, wie wird man ein guter Mensch? Wie kann man das Gute wirklich vollbringen oder ein besserer Mensch werden. Was ist Nächstenliebe und worauf kommt es dabei an?

Wir setzen gerne voraus selber zu den „Guten“ zu gehören und nur die Anderen sind es oftmals nicht oder dass wir automatisch gute Menschen werden, wenn wir das richtige Glauben, viel beten oder meditieren und die göttliche Liebe in uns entfachen oder wieder durchbrechen lassen oder auf irgend eine andere Weise erfahren oder davon durchflutet sind.

Aber ist das auch so?

Es ist jede Selbsteinschätzung schwer aber wohl besonders, wenn es darum geht, ob man ein guter Mensch ist. Wo tue ich noch Dinge die nicht in Ordnung sind? Wo verhalte ich mich nicht richtig oder böse, feige, unflätig, gereizt, verständnislos, verurteilend und in jeder anderen Form herzlos?

Dabei stellt sich gleich eine andere wichtige Frage: Kann es sein, dass diese Frage spirituelle Menschen noch mehr zu ihren Gunsten auslegen? Oder besser gesagt, noch weniger wahrnehmen wollen, weil es eine Art Bankrotterklärung des eigenen Glaubens und Lebens sein könnte? Und dass wir generell blind für uns selber sind, weil wir unser Verhalten nur zu gerne rechtfertigen?

Ist da vielleicht auch die „Selbstliebe“ schuld, deren Wichtigkeit so gerne proklamiert wird und dabei übersehen wird, wie sehr sie, für sich selber, blind machen kann?
Also eher destruktiv in Puncto Selbsterkenntnis wirkt?

Ein guter oder zumindest besserer Mensch zu werden sollte eigentlich der Mittelpunkt und das Ziel eines jeden spirituellen Weges sein. Ja es müsste eigentlich der Kern, das Wesen und das Leben jeder Spiritualität und jeder Religion und jeden Glaubens sein!

Nicht der Glaube, nicht das Wissen, nicht die Erkenntnis, nicht das Erleuchtet-Sein oder sonstige „göttliche Erfahrungen“ setzen dies einfach voraus. Es ist umgekehrt. Jeder Glaube, jede Erkenntnis und jede göttliche Erfahrung setzt in Wahrheit dies voraus!

Stell dir vor, es gäbe eine Form von Spiritualität oder Glauben in deren Mittelpunkt nur EINS steht: echter Charakter und echte Werte. Kurzum: Ein guter Mensch zu werden oder zumindest möglichst ein besserer! Eine Sache die uns allen so dringend Not täte!

Und dann stell dir vor, dies wäre unabhängig davon welcher Glaubensüberzeugung Du angehörst. Weil es allein um den Alltag und das praktische Leben geht und dessen Bewältigung und nicht nur um einen „Wohlfühlschein“ einer gläubigen Gemeinschaft, sondern um echte Wahrheit, Weisheit und vor allem Erlösung!

Stell dir im Weiteren vor, es würde daraufhin eine Art Wettbewerb entstehen, eine Art Auswahl der besten spirituellen Ideen, welche am Meisten bewirken, dass ein Mensch ein guter Mensch wird?

Stell dir dann noch vor, jedes „drehen um sich selbst“ und andere zu blenden bis hin zu allem möglichen selbstzentrierten Aspekten und ihren Sackgassen wird darin strikt beim Namen genannt!

Glaubst Du, das gibt es schon oder… das lebst Du schon?

Also, ohne esoterischen Narzissmus auf der einen und „christlicher“ Engstirnigkeit auf der anderen Seite?

Dies gab es jedenfalls und war tatsächlich – das URCHRISTENTUM!

Als das Christentum neu war, was wir uns inzwischen gar nicht mehr vorstellen können, war es genau diese revolutionäre Kraft die alle spirituellen Richtungen in sich schloss, weil der tiefe gemeinsame Nenner jeder spirituellen Ausrichtung damit erfüllt wurde, nämlich, die wahrhafte Erlösung!

Ganz einfach. Wenn der Zweck erreicht wird, braucht es keine Mittel zum Zweck mehr. So wäre es auch heute noch, wenn der tief verborgene Schatz des Christentums wieder ganz neu geborgen würde.

Ich bin fest davon überzeugt, dass Jesus Christus genau das mit seiner Wiederkunft gemeint hat. Ein vertieftes, neues Christentum!

Es führt auch kein Weg daran vorbei, weil wahre Erlösung tatsächlich auf andere Weise nicht erreicht werden kann.

Das mag heutzutage erstaunlich klingen, aber dies erkannten weise Menschen zu allen Zeiten:
Es fehlt nicht daran, Süchte oder Sünden zu erkennen und es fehlt auch nicht daran, alle möglichen Lösungsvorschlägen und Ideen psychischer oder spiritueller Natur zu finden und zu erfinden, sondern vielmehr an der realen Kraft zur Lösung, zur Erlösung und Überwindung!

Mit anderen Worten:

Die Erkenntnis einer Lösung bewirkt nicht automatisch schon die ERLÖSUNG!

Aber dies denken heute viele. Es liegt scheinbar immer am falschen Lösungsansatz oder der mangelnden Disziplin wenn etwas nicht funktioniert und schon jagt eine neue Heilsverheißung die bisherige und so geht es immer weiter. Dieses Spiel wird von den wenigsten erkannt. Anders war das in der Antike und bei den Philosophen des Orients. Diese wussten noch, dass Erkenntnis und Einsicht und auch ein Durchleiden von Dingen noch keine Erlösung beinhaltet.

Da diesen Umstand vor allem die hellenistisch vorgebildeten Urchristen, die noch von altägyptischen Weisheiten vorgeprägt waren verstanden, bekam das Christentum einen enormen Zulauf.

Die Frohbotschaft Gottes wurde insofern revolutionär anders verstanden als heute. Nämlich, dass, der durch alle Kulturen und alle Zeiten hindurch verheißene Erlöser geboren ist! Damit dem Wollen auch ein Gelingen folgen möge und denn schönen Worten auch die Tat. Und zwar EGAL welcher Religion oder Weltanschauung man angehört!
Davon zeugten z.B. auch die sogenannten „Weisen aus dem Morgenland“ die heute noch als die „Hl. 3 Könige“ gefeiert werden.

So schreibt Origines stellvertretend angeführt für unzählige andere Zeitzeugen:

„In der Tat, allen Versuchungen, denen die Menschen unterworfen werden sollten, wurde als erster der Herr, der ja unser Fleisch angenommen hat, unterworfen. Er wurde aber deshalb versucht, damit auch wir auf Grund seines Sieges Sieger werden.“
(Origenes 29.Homilie Kap. 3)

Heute hingegen fehlt diese erste Erkenntnisstufe, das Selbsterlösung nicht funktioniert schon bei den meisten. Damit ist die wahre Erkenntnis & Weisheit in der Hinwendung zu Gott ebenso verloren gegangen.

Erst das Christsein von dem Emanuel Swedenborg wieder spricht, unterscheidet sich diametral vom etablierten Christentum. Es ist wieder eine Lebensreligio (Rückbindung zu Gott) und keine Glaubensreligion, welche das Christentum heute ist. Swedenborg knüpft daher wieder unmittelbar an das Urchristentum an.

Demut und Hingabe öffnen hier die Augen wieder für sich selbst. Gotteserkenntnis und Selbsterkenntnis gehen bei ihm wieder im höchsten Maße einher.

Solange wir nur körperliche Heilung und materiellen Erfolg suchen, genügt jede Form von Spiritualität. Wenn wir aber wahrhafte Erlösung suchen, müssen wir die geistigen Gesetzmäßigkeiten ähnlich kennen wie dies für materielle Erfolge, in dieser Welt, nötig ist. Jesus sagt ganz klar: „Die Wahrheit wird euch frei machen!“ Joh. 8,32. Es ist nicht irgendeine Wahrheit, sondern die Wahrheit über Gott. Für eine letztendliche Erlösung muss auch das Verständnis von Gott in seine Ordnung gerückt werden.

Wenn nun Jesus Christus wahrhaft der menschgewordene Gott und Erlöser der Welt ist, wovon die Bibel hinlänglich zeugt, dann kann diese Wahrheit niemals ohne Folgen bleiben, wenn sie außer Acht gelassen wird!

Nicht etwa, weil Gott ansonsten beleidigt oder erzürnt wäre, sondern weil erst die ganze Wahrheit auch die ganze Kraft hat um uns wahrhaft zu erlösen! Und damit bestätigt sich diese Wahrheit auch durch alle Zeiten hindurch selbst.

Maranatha!

lebenslebendig

Veröffentlicht von

lebenslebendig

seit mehr als 25 Jahren bin ich auf meinem spirituellen Weg der durch viele esoterische Richtungen wieder zurück zum Christentum geführt hat. All die Jahre hindurch hat mich das Studium sämtlichen Schriften aus dem Urchristentum nie losgelassen. Mir geht es inzwischen absolut wie in dem Gleichnis von dem Schatz im Acker oder dem, der DIE Perle gefunden hat: „Das Himmelreich gleicht einem Schatz, verborgen im Acker, den ein Mensch fand und verbarg; und in seiner Freude ging er hin und verkaufte alles, was er hatte, und kaufte den Acker. Wiederum gleicht das Himmelreich einem Kaufmann, der gute Perlen suchte, und als er eine kostbare Perle fand, ging er hin und verkaufte alles, was er hatte, und kaufte sie.“ ( Matth. 13,44-45)

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