Was ist Erlösung?

Was ist Erlösung? Ein innerer Zustand, der nicht beschreibbar ist? Ein plötzlicher oder willkürlicher Gnadenakt Gottes aufgrund des Glaubens? Ein plötzliches Verschwinden von Süchten oder Sünden ohne jedes Zutun? Eine Zusage, in den Himmel zu kommen, weil man das Richtige glaubt?

Ein nichtgläubiger Mensch würde all dies niemals als Erlösung bezeichnen. Er weiß wovon er gebunden ist und welche Laster er hat, im Gegensatz zu einem gläubigen oft verbrämten Menschen der seinen Zustand ideologisiert und nicht selten idealisiert.

Im urchristlichen Verständnis war das noch anders. Erlösung wurde tatsächlich noch als Erlösung verstanden und damit das tatsächliche Frei-Werden von Bösen, negativen Eigenschaften oder Verhaltensweisen nicht selten durch Anhaftungen von bösen Geistern oder Krankheiten verursacht.

Und diese Art von Erlösung braucht jeder Mensch, jeder ist betroffen, nur vielen glauben gar nicht, dass es dafür eine Lösung, eine Erlösung gibt.

Dieses frühe, christliche Verständnis wurde über die Zeit abgewandelt, so dass man heute nur noch ein Glaubensbekenntnis oder eine religiöse Zugehörigkeit bzw. Verheißung darunter versteht, die sich hauptsächlich auf „das Kommen in den Himmel“ bezieht: Wer an Jesus Christus glaubt, so sagen sie, gehört zu den erlösten, die in den Himmel kommen während alle anderen in der Hölle schmorren werden.

Erlösung ist also kein tatsächliches Frei-Werden von bösen Geistern, Eigenschaften und Verhaltensweisen mehr, welches sukzessive geschieht und unseren ganzen Willen benötigt, sondern vielmehr nur noch ein Art Mitgliedschaft die bestimmte Rechte garantiert. In diesem Fall das Recht zur Mitgliedschaft im Himmel vorausgesetzt man hat das richtige Glaubensbekenntnis. Es genügt dann eine Taufe inkl. Sündenbekenntnis und der Akt der Erlösung soll damit in einem Prozess vollzogen sein. Der Rest sei nur noch der angeblich verheißene Glaube aus dem Zustand der Erlösung nicht mehr „herauszufallen“, da die Erlösung ja „stellvertretend“ stattgefunden haben soll und somit nur noch „angerechnet“ wird.

Mal abgesehen von dieser radikalen und lieblosen Einteilung von Menschen die in den Himmel bzw. in die Hölle kommen sollen, zeigt sich hier, dass obiges, ursprünglich christliches Verständnis einer prozesshaften und wahrhaften Erlösung, die sich tatsächlich in den Taten zeigt, gar keine Rolle mehr spielt und allenfalls als Nebeneffekt vorausgesetzt wird.

Aber kann Erlösung nur ein Nebeneffekt sein oder gar nur ein Bekenntnis?

Erst seit Swedenborg denkt man bei Erlösung wieder in praktischen Bezügen und dass wir das Böse tatsächlich mit Gottes Hilfe in unserer eigenen Seele „fliehen“ müssen und dass dies mit Buße und Entbehrung einhergeht und dass dieser Weg ohne Jesus Christus nicht konstruktiv gangbar ist. Auch Himmel und Hölle sind bei Swedenborg keine Orte, in denen der Mensch von Gott entweder erhoben oder verstoßen wird, sondern Zustände, die sich der Mensch aufgrund seines Lebens im Laufe der Zeit selbst erwirbt. Jedem Menschen folgt sein Gutes wie Böses nach welches seine Lebensliebe bildet und wenn sein Wesen nicht wirklich von Gott verwandelt wurde, wird er schlicht und einfach nicht im Himmel sein. Ja, er wird sich, laut Swedenborg im Himmel gar nicht wohl fühlen. Es ergeht ihm vielmehr „wie einer Schlange, die man ins Feuer hält“, berichtet er, so unangenehm ist für einen bösen Menschen die Sphäre des Himmels und der dort alles durchdringenden Liebe.

Keiner wird also in die Hölle verstoßen, sondern findet sich „unter seinesgleichen“ ganz von selber ein. Er flüchtet sich sozusagen in „dunklere Spähren“ um wieder „frei atmen“ zu können was bei einem bösen Menschen, der unter seinesgleichen ist, schon die Hölle darstellt. Schlimmer soll aber noch der Umstand sein, dass sie dort ihre destruktive Lebensliebe nicht mehr (oder nur noch sehr eingeschränkt) leben können und dadurch eine extreme Pein aufgrund der bösen Begierde (Feuer) erleben, welche nicht erlischt und ihnen sagenhafte Schmerzen bereitet, da sie diese weiterhin so gerne praktizieren würden, ja dies inzwischen ihr ganzes Leben und Sein darstellt und ist.

Da das Verständnis von wahrer Erlösung verloren gegangen ist, versteht auch kaum noch jemand, dass das Prinzip des Bösen ähnlich ist, wie das einer Sucht.

Wer z.B. in einer Gruppe Anonymer Alkoholiker ist oder anderer Süchte, dem muss man in aller Regel nicht erklären, dass es hierbei um Verzicht geht.

Der weitere Schwerpunkt ist dann die Krankheitseinsicht und die gegenseitige Hilfestellung den eigenen Schweinehund zu entlarven und die vielfache Art und Weise sich selber (und andere) zu belügen.

Damit zeigt sich, dass die Herangehensweise in Bezug auf Erlösung ganz die selbe sein muss, wie bei einer Sucht, nur dass anstelle der Sucht jede Form des Bösen steht, welches uns unbewusst (mangelnde Krankheitseinsicht) immer noch beherrscht.

Und tatsächlich hatten urchristliche Zusammenkünfte diesen ähnlichen, praktischen Bezug im Gegensatz zu dem, was wir von Christengemeinden und Kirchen samt ihrer euphorischen Suggestionen heute kennen.

Es waren gegenseitige Ermutigungen das Böse mit Jesu Hilfe zu fliehen, in jeder Gestalt und in jeder Form und bei jeder Gelegenheit. Welche Schwierigkeiten sich dabei in den Weg stellen und die Tatsache, wie schwer es ist wirklich zu verzichten, loszulassen und zu entbehren. Und wie sehr wir uns immer wieder gerne etwas vormachen und meinen, das Böse schon besiegt zu haben.

Aber auch die unendlich und überaus beeindruckende Lebensweisheit die daraus hervorging und die Urchristen auszeichnete.

Also, vom Ansatz her das beinahe Gegenteil von dem was wir heute in christlichen Kirchen erleben.

Ungute Eigenschaften,Verhaltensweisen und Sünden unterscheiden sich also keineswegs so grundlegend von einer Sucht nur kommen wir gar nicht auf die Idee, dass wir das ändern könnten oder es dafür eine Lösung gibt? Der Grund ist auch, dass sie uns nicht so sehr in der funktionalen Lebensbewältigung beeinträchtigen was unseren Alltag betrifft. Was aber gleichzeitig nicht heißt, dass sie unsere Lebensqualität nicht mindestens ebenso negativ beeinflussen können.

Wir sagen aber dann gerne: „Tja, ich bin einfach so und man muss mich halt so nehmen, wie ich nun mal bin.“

Das urchristliche Erlösungsverständnis setzt nun genau da an. Nämlich da, wo wir in der Regel gar kein Bewusstsein für das Böse in uns haben. Zwar merken wir vielleicht, dass irgendwas nicht stimmt oder dass sich bestimmte, negative Verhaltensweisen in uns wiederholen aber wie bei der Sucht auch, rechtfertigen wir das Negative, weil wir es – in Wahrheit lieben.

Es gibt keine Sucht, negative Begierde oder herzlose und böse Eigenschaft in uns, die nicht auch eine ihr eigene Lust oder wie es Swedenborg so schön zum Ausdruck bringt, ihre eigene Liebe in sich trägt. Die Liebe zur Welt und zur Selbstsucht mit all ihren negativen und egoistischen Ausprägungen, trägt immer auch ein hohes Maß an Selbstverliebtheit in sich.

Die Reflektion darüber, dass dies letztendlich die eigene Lebensqualität immer mehr herabmindert und negative und dunkle Verhaltensweisen die eigene Zufriedenheit eintrüben und den Geist stumpf und gefühllos machen, findet aufgrund des jeweilig kurzfristigen Lustgwinns, der in diesem Verhalten liegt, kaum statt. Selbst bei noch so intelligenten Menschen nicht.

Andere versuchen nun mit esoterischen und psychologischen Techniken diese negativen Eigenschaften und ihre Folgen in den Griff zu bekommen und unterschätzen „das Böse“ dabei grundlegend von seinem Wesen her.

Dass selbst diese Dinge in der neueren psychologischen Forschung nicht unbekannt sind, zeigt ein Buch welches 1990 im Claudius Verlag München erschienen ist mit dem Titel: „Die Lügner“ mit dem Untertitel: „Eine Psychologie des Bösen – und die Hoffnung auf Heilung“ von M. Scott Peck.

Hier wird erkannt, dass wir „dem Bösen“ ähnlich gegenüberstehen, wie einem Menschen, der keinerlei Einsicht zeigt und der Fakten oder Tatsachen gegenüber ebenso resistent ist, wie ein verbohrter Mensch, der an seiner Ansicht wider besseren Wissens festhält. Wenn uns so ein Mensch in der Außenwelt begegnet, kommen wir nicht an mal auf die Idee diesen mit logischen Argumenten beeindrucken zu wollen. Handelt es sich zudem um einen aggressiven und bösen Menschen müssen wir vielmehr befürchten von ihm angegriffen oder gar zur Zielscheibe seiner Aggressionen zu werden wobei dieser schlimmstenfalls sogar alles daransetzt um uns zu zerstören und zu vernichten.

Treffend schreibt Judith Wolf im Klappentext des erwähnten Buches: „Ein Buch über das Böse zu lesen ist kein Vergnügen, aber diesem Buch kann sich niemand entziehen, der die menschliche Natur mit ihren Licht- und Schattenseiten ernstnimmt.
Peck definiert das Böse als den Einsatz von Macht, um andere zu zerstören und dadurch das eigene kranke Selbst zu erhalten. Mit dieser Definition im Hinterkopf liest man die Fallbeschreibungen fröstelnd wie rabenschwarze Thriller.
Mit geradezu zwingender Logik entfalten sich jene Geschichten, die schließlich ein Porträt des bösen Menschen ergeben – verlogen, verwirrend, narzisstisch, andere opfernd. Die Häufung und Steigerung regt uns an, uns selbst über die Schulter zu blicken und nach Indizien des Bösen zu suchen – an uns selbst oder in unserer Umgebung“.

Und „THE WALLSTREET JOURNAL“ titelt: „Die längst überfällige Diskussion zwischen Psychologie und Religion hat begonnen. Und nirgends trägt dieser Anfang bessere Früchte als in Scott Pecks Buch ‚Die Lügner’…Dieses Buch reißt den Boden auf“.

Wer sich mit dieser Thematik eingehender beschäftigt, erkennt, dass sich viele esoterisch-psychologische Herangehensweisen dazu vergleichsweise harmlos ausnehmen wie allerdings auch im erwähnten, heutigen Christentum. Das Wesen des Bösen setzt geradezu auf Naivität und Gutgläubigkeit sowie auf christliche (Selbst -) Rechtfertigungslehren um unserer Zufriedenheit mit Scheinlösungen und Gutmenschentum nicht weiter zu stören oder gar zu hinterfragen. Nach Außen hin den Schein zu wahren reicht vielen schon als erklärtes Ziel – was innen drinnen ist, wird negiert und gleicht einem Abgrund der nicht mehr wahrgenommen, sondern nur noch beiseite geschoben wird in der Hoffnung, Gott könne das mit einem Handgriff lösen, irgendwann – im Himmel.

Aber Erlösung oder nicht bestimmen wir, als Christen, vor Jesus Christus alleine selbst, durch unseren Willen!

War die Botschaft der frühen Christen. Sie erkannten, ein Mensch kann sehr schnell der Überzeugung sein, dass eine Sünde oder Laster vor Gott nicht richtig ist, vor allem wenn er darunter leidet. Aber er wundert sich dann, wenn ihn Jesus so scheinbar nicht erhört oder nur sporadisch oder vorübergehend.

Der Eindruck entsteht, man müsse um die selbe Sache immer wieder bitten und es geschieht nicht wirklich eine Befreiung bzw. Erlösung.

Diese Halbherzigkeit liegt aber in unserem Willen. Vom Kopf her zeitweise oder auch öfter eine Überzeugung zu haben ist kein Wille bzw. Wollen!

Wir kennen uns nicht nur selber oft nicht, wir bestehen auch aus vielen unterschiedlichen Schichten an Persönlichkeiten, die alle angesprochen werden wollen. Bis etwas vom Kopf ins Herz durchdringt dauert es und benötigt es ein starkes Wollen des Guten und eine starke Liebe zu Jesus Christus und damit zur Liebe selbst!

Wie aber soll dieser Wille zustande kommen, wenn bei jedem Bemühen sofort der Irrtum des heutigen Christentums greift, das ist „Verdienstlich“ du kannst mit deinem Bemühen nichts hinzutun, du musst allein Glauben, dass Jesus es schon getan hat. Dann kommt die Gemeinde ins Spiel, die als Vehikel dient sich diese positive Suggestion des Heils auch einzureden bzw. einzusingen anstatt durch aufrichtiges Bemühen ALLES dranzusetzen das Böse tatsächlich in Gottes Namen zu fliehen!

Klar können wir dies nicht aus uns selbst heraus, aber das ist ja auch gar keine Frage. Die urchristliche Botschaft lautet hier: „Wir müssen alles tun was in unserer Macht steht egal ob wir denken, dass wir es aus uns selbst oder aus Gott tun. Dann wird Jesus die andere Hälfte dazutun. Denn das Böse meiden ist IMMER aus Gott und NIE aus uns selbst!

Warum aber ist unser Bemühen vor Jesus so wichtig? Eben darum, dass unser Anliegen nicht nur den Kopf, sondern auch unser Herz und unsere Seele erreicht! Erst wenn wir scheitern und merken, dass wir gar nichts gegen die Sünde ausrichten, wird unser Anliegen auf Herz und Nieren geprüft! Diese Tatsache müssen wir aber zutiefst erleben und nicht nur glauben, wie es heute geschieht. Und erleben können wir dies ausschließlich nur, wenn wir uns von ganzem Herzen bemühen!

Seit sich also die Christen das Bemühen genommen haben, haben sie sich auch die Erlösung genommen.

Nur wollen viele den leichteren Weg und machen wir uns nichts vor – wir lieben das Böse von dem wir gefangen sind und wenn ein Teil von uns noch so sehr vorgibt es zu hassen! Diese Liebe müssen wir uns zunächst vor Gott eingestehen, den alles Böse hat seinen Reiz, seine Lust und seine Begierde ohne die wir oft genug sogar glauben, gar nicht leben zu können. Die neuen Dimensionen des Friedens und des Lichtes eröffnen sich uns eben erst dann, wenn wir sie in Jesu Namen überwunden haben, aber nicht vorher!

Erst über dieses 100 % Bemühen eröffnet sich auch wieder das urchristliche Wissen über die Erlösung und dass sie in Stufen stattfindet. Dass zunächst unsere Bitte von Jesus erhört wird, damit wir den Frieden der Befreiung einige Tage erleben und einen Funken Hoffnung erhalten, an dem wir uns in den darauf folgenden Zeiten der Versuchung orientieren können. Das meint die Bibel mit „Geduld“ und „Ausharren“. (Jak. 1,3; 1.Tim. 6,11; Rö. 5,3-4; 15,5; u.v.m.).

Bei den meisten Christen endet aber hier der Prozess aufgrund der irrtümlichen Rechtfertigunglehre, die einer der schwerwiegendsten Irrtümer des heutigen Christentums ist und anstatt bemühen (oder weiteres bemühen) geht so ein Christ in die „Heilssuggestion“ über und in weiterer Folge in die Scheinheiligkeit, die die Sünde deckelt anstatt sie aufzudecken. „Die Sünde war ein paar Tage weg nun ist sie wieder da, ist es vielleicht doch nicht so schlimm? Wenn Jesus mich nicht erlöst, dann soll es wohl so sein…“. Solche oder ähnliche Gedanken kommen somit auf und die Gemeinde wird zum rechtfertigenden Suchtfaktor. Durch fromme Lieder und eine „heilige Stimmung“ wird der Eindruck erweckt, als würde Jesus regieren. Aber es sind suggestiv-Kräfte und eine Ansammlung von Geistern, die abhängig machen und einen Scheinfrieden vorgaukeln. Das Leben da draußen sieht dann schlichtweg anders aus!

Es ist vielleicht etwas krass ausgedrückt, aber es ist dann irgendwann geradeso als würde man eine Hand voll Glitter oder Schokostreusel über einen Hundehaufen streuen! Und damit will ich suggestiv-Kräften ihre vorübergehende heilende Wirkung noch keineswegs absprechen. Aber damit wird der Mensch gespalten, scheinheilig und abgehoben und ein Haus von Geistern des Fanatismus, der Selbstgerechtigkeit und der Hartherzigkeit.

Mit Jesus hat das alles nichts zu tun und mit echter Erlösung noch viel weniger!

Der urchristliche Weg ist vielmehr der Weg des Ausharrens und Scheiterns bis zur Verzweiflung! Und da hat niemand her zu kommen und diese Verzweiflung weg zu nehmen außer Jesus! Es braucht dieses Scheitern, weil es uns zeigt, dass wir es noch nicht ernst genug mit dem Loslassen der Sünde meinen. ER ist jederzeit dazu bereit! Und wenn wir vor ihm ein Herz der absoluten Reue schaffen (welches ohne ernsthaftes Bemühen unmöglich ist), dann wird die Erlösung auch sogleich erfolgen! Und genau so wichtig wie das Bemühen ist, ist dann im entscheidenden Moment das aufrichtige Gebet um Erlösung, welches immer und ausschließlich erhört wird!

Ab diesem Punkt unterscheiden sich auch alle Selbsterlöser, die selber Gott sein wollen, zu einem wahren Christen: Letzterer allein beugt nämlich aus Liebe zu Jesus und damit aus Liebe zu Gott in gänzlicher Hingabe die Knie und freut sich, selber NICHTS zu sein, wie es Paulus so schön sagt: „Und er [der HERR] hat zu mir gesagt: Meine Gnade genügt dir, denn meine Kraft kommt in [deiner] Schwachheit zur Vollendung. Sehr gerne will ich mich nun vielmehr meiner Schwachheiten rühmen, damit die Kraft Christi bei mir wohnt.“

Immer mehr danach zu streben selber Gott oder göttlich zu werden steht im direkten Widerspruch zur Selbstaufgabe in Jesus Christus und daher findet bei den Selbsterlösern auch keine letztendliche Erlösung statt. Deren Bild drückt sich sinnbildlich in dem mythologischen Sisyphos aus der „trickreich“ Gott entgeht aber dazu verdammt ist zur Strafe einen Felsblock auf ewig einen Berg hinaufwälzen, der, fast am Gipfel, jedes Mal wieder ins Tal rollt.

Man kann auf zweierlei Seiten vom Pferd fallen. Lass uns auf den gesunden Mittelweg zurückfinden, der damals verlassen wurde und heute kaum noch gefunden wird und welcher zu urchristlicher Zeit (ich meine damit nicht die Gnosis!) noch selbstverständlich war, weil es weder die Erfindung der Trinitäts- noch Rechtfertigungslehre gab und andere Irrtümer und somit wahrhafte Erlösung erfolgte, bei allen, die ernsthaften Herzens waren.

Ich sprach zu ihm: ‘Herr, groß, gut und herrlich sind diese Gebote und können das Herz des Menschen erfreuen, der sie zu halten vermag. Ich weiß aber nicht, ob diese Gebote von einem Menschen befolgt werden können, denn sie sind sehr hart.’ Er antwortete mir: ‘Wenn du dir vornimmst, dass sie befolgt werden können, so wirst du sie leicht befolgen, und sie werden nicht hart sein. Wenn aber in deinem Herzen der Gedanke Platz greift, dass sie von keinem Menschen befolgt werden können, wirst du sie auch nicht befolgen. Für diesen Fall aber sage ich dir: Wenn du sie nicht befolgst, sondern außer acht lässt, werden weder du noch deine Kinder noch deine Familie Rettung erlangen; denn du hast dir ja selbst schon das Urteil gesprochen, dass diese Gebote von keinem Menschen befolgt werden könnten.’“ (Kap. 46,5-6

Denn wie der Schmied, wenn er sein Werkstück ständig hämmert, schließlich fertig wird mit dem, was er sich vorgenommen, so wird auch die Mahnung zum Rechten, wenn sie täglich laut wird, schließlich mit allem Bösen fertig. Werde nur nicht müde, zu ermahnen deine Kinder; denn ich weiß es: wenn sie von ganzem Herzen Buße tun, werden sie in die Bücher des Lebens zu den Heiligen geschrieben werden.“ (Kap. 3,2)

Aus „Hirt des Hermas“. Eine eindrucksvolle frühchristliche Schrift, die u.a. den Prozess der Erlösung gut zum Ausdruck bringt und vermutlich noch in der ersten Hälfte des 2. Jh. entstanden ist. In der Alten Kirche war diese Schrift sehr beliebt und wird in beachtlich vielen urchristlichen Schriften zitiert. Origines identifizierte den Verfasser mit dem in Röm.16,14 genannten Hermas.

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lebenslebendig

seit mehr als 25 Jahren bin ich auf meinem spirituellen Weg der durch viele esoterische Richtungen wieder zurück zum Christentum geführt hat. All die Jahre hindurch hat mich das Studium sämtlichen Schriften aus dem Urchristentum nie losgelassen. Mir geht es inzwischen absolut wie in dem Gleichnis von dem Schatz im Acker oder dem, der DIE Perle gefunden hat: „Das Himmelreich gleicht einem Schatz, verborgen im Acker, den ein Mensch fand und verbarg; und in seiner Freude ging er hin und verkaufte alles, was er hatte, und kaufte den Acker. Wiederum gleicht das Himmelreich einem Kaufmann, der gute Perlen suchte, und als er eine kostbare Perle fand, ging er hin und verkaufte alles, was er hatte, und kaufte sie.“ ( Matth. 13,44-45)

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