Der Etikettenschwindel

Es mag viele Arten von Etikettenschwindel in dieser Welt geben. Aber DER Etikettenschwindel der seit jeher mit Jesus Christus stattfindet, dürfte einzigartig sein.
Beeindruckend finden ihn viele und noch mehr integrieren ihn in ihr „Glaubenssystem“ oder spirituelles Weltbild, aber ernsthaft mit seiner Person auseinandersetzen, das wollen nur wenige.

Da heute sowieso viele ein synkretistisches Weltbild hoch halten in dem möglichst viele unterschiedliche Weltbilder vereint werden, passt das in unsere Zeit und ihren Zeitgeist. Die Wahrheit ist – oder der Wahrheit möglichst nahe kommt man, wenn man möglichst einen gemeinsamen Nenner davon finden kann.

Das würde zutreffen wenn man die naturwissenschaftliche Methode der empirischen Forschung auf spirituelle Wahrheiten umlegen könnte oder nochmal anders ausgedrückt: Wenn die Wahrheit in dieser Welt etwas wäre, was eine Mehrheit in der Masse hat und von dieser immer vertreten würde. Aber das Gegenteil ist der Fall. Die Masse liegt in Bezug auf Wahrheit, sei es politisch, gesellschaftlich oder spirituell, in ihrer Mehrheit, meistens falsch!

Die Wahrheit die Jesus verkündet ist radikal anders, als dass sie massentauglich wäre. Dies kann mit einfachen Sätzen dargestellt werden und wie diese dem esoterischen Zeitgeist der Selbstverwirklichung widerspricht. Eine Selbstverwirklichung, die keineswegs mehr davor zurückschreckt geistige Erkenntnisse und Wahrheiten und jeder Form von Spiritualität für weltliche Zwecke zu missbrauchen.

Spiritualität ist für viele so etwas geworden, wie ein noch brach liegendes Potential der Seele, welches es für den weltlichen Erfolg noch auszuschlachten und zu nutzen gilt.

Aber ist das der Sinn von Glauben und Spiritualität? Oder nicht doch eher das Gegenteil? Wie so viele große Gestalten des Glaubens es seit jeher bezeugen?

Aber eine gewisse Demut oder Achtung vor dem „Heiligen“ scheint es kaum noch zu geben und die Abkehr von Werten, die eh alle veräußerbar sind, führt viele zu der verweltlichten Frage: „Wie soll es Gott sein, der die eigene Machbarkeit und Selbstverwirklichung behindern soll“?

Nein, er behindert sie in keinster Weise, er zeigt nur auf, dass dieser „direkte“ Weg ein Irrtum ist und dass die Dinge nicht so einfach liegen wie es uns die Esoterik mit ihrer Heilvermittlung gerne weis machen will. Dass Welt- und Selbstliebe einen Gegensatz zu geistigen Werten darstellen könnte, kommt dabei ohnehin kaum noch jemand in den Sinn.

Jesus Christus zeigt dies indes mit sehr einfachen, aber tiefsinnigen Sätzen auf, die in der esoterischen Form der Heilsvermittlung keinen Sinn mehr machen und daher oft bestritten werden oder besser gesagt: Die ganze Bibel und alle seine Worte lieber bestritten und als unwahr erklärt werden als sich mit seiner Person wirklich ernsthaft auseinanderzusetzen. Es scheint einfacher diverse Formen von „Christusbewusstsein“ jenseits jeder Grundlage zu kreieren und diese dann in das eigene Weltbild einzubauen als zu hinterfragen, ob es hier nicht vielleicht doch noch eine viel tiefere Wahrheit gibt?

Klärend muss ich an dieser Stelle hinzufügen, dass ich den Begriff der „Esoterik“ hier sehr allgemein gebrauche. Das ist auch kein Problem, da sich diese auf einen gemeinsamen Nenner bringen lässt, der sie tatsächlich vereint: Nämlich der Glaube, selber Gott zu sein oder zumindest einen göttlichen „Funken“ in sich zu tragen, der zur Vollendung und Erleuchtung gebracht werden soll.

Dass der Mensch selbstverliebt, egozentrisch und weltverliebt sein kann und dennoch nach Erleuchtung und Machbarkeit in dieser Welt streben kann, das schmeichelt jedem Ego sehr.

Die Bibel hingegen nennt so eine Geisteshaltung „fleischlich“ gesinnt und die höheren Bereiche der Seele werden so nicht zum Geistigen hin aufgeschlossen. So begreift sich der „fleischlich“ gesinnte Mensch, in gewisser Form, immer selber als Gott, ob er dies ideologisch aufgrund eines esoterischen Überbaus so sieht oder ob er sich einfach aus seinem Selbstverständnis heraus als ganzen Mittelpunkt seines Seins begreift. Selbsterlösung ist für ihn naturgemäß die plausibelste Erlösungsform die er verstehen und anerkennen kann.

Daher ist es ein werteorientierter Prozess, der von einer Ego-zentrierten Selbsterlösung hin zur Erlösung durch JESUS CHRISTUS, führt. Jeder Mensch durchläuft ihn, will er in die wahre Selbst- und Gotteserkenntnis kommen. Und jeder Mensch ist zunächst „fleischlich“ gesinnt.

Werteorientiert auch deshalb, weil es dafür eine gewisse Demut und Besonnenheit braucht. Nur wer anerkennt, dass er als Mensch nur Gefäß ist und die Liebe und Weisheit Gottes in ihn einwirkt, wie gleichsam Licht und Wärme der Sonne in die gesamte Natur einwirken, kann schließlich wieder verstehen, dass Erlösung allein möglich ist wenn der HERR Wohnung im Menschen nimmt. Wenn er den Starken bindet und uns befreit. Befreit von jeder Form von Lieblosigkeit, aber auch von dem Größenwahn ein besonderer Geist zu sein, einer, der sich über eine Form von „Reinkarnations-Evolutionismus“ von allen anderen abhebt. Ein Mensch, der Jesus Christus und sein interpretiertes „Christusbewusstsein“ so alleinfalls noch als helfende Kraft versteht, seinen eigenen göttlichen „Geistfunken“ zu entwickeln.

Dies widerspricht dem christlichen Weltbild der Erlösung durch Jesus Christus, weil es genau dieses „Wesentliche“ und „Eigene“ ist, welches so nicht von Christus erfüllt und ausgefüllt werden kann.
So wie Paulus spricht: „Ich bin mit Christus [meinen Begierden und Sünden] gekreuzigt; und nun lebe ich, aber nicht mehr ich [selbst], sondern Christus lebt in mir“. Gal. 2,2
Oder: „Und er hat zu mir gesagt: Lass dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft wird in der Schwachheit vollkommen! Darum will ich mich am liebsten vielmehr meiner Schwachheiten rühmen, damit die Kraft des Christus bei mir wohne“. 2.Kor. 12,9

Also nicht, wenn wir vermeintlich stark, göttlich und vollkommen sind, sind wir Gott nahe und von ihm erfüllt, sondern dann, wenn wir es am wenigsten Glauben oder uns sogar sündig und unwert fühlen, da so unser „Eigenes“ unser „Ego“ am Kleinsten ist und Jesus um so größer in uns sein kann.

Aber dieses tiefere Verständnis von Spiritualität benötigt Demut, Hingabe und das Grundverständnis, dass der Mensch eben nicht von Grund auf gut ist. Und dies will heute keiner mehr anerkennen. Es scheint glaubhafter, die Kirche hätte uns das nur eingeredet um uns zu manipulieren. Wir ahnen nicht, dass wir so das „Kind mit dem Bade“ ausschütten und dadurch um so manipulierbarer geworden sind.

Wahrheitsfindung ist kein Massenprodukt

das war im Gegensatz zu heute den ersten Christen noch überaus klar. Sie waren von Anfang an Anfeindungen ausgesetzt, weil sie erkennen durften, dass der Weg zur Wahrheit über die Person Jesu in eine andere Tiefe führt. Er selbst IST „der Weg, die Wahrheit und das Leben“.

Das ist ein Aussage die für Synkretisten und Selbsterlöser allenfalls überholt, intolerant und engstirnig wirkt – oder gar nicht verstanden wird.

Solange Menschen gar nichts glauben, ist es schön, wenn sie sich überhaupt spirituellen Themen gegenüber öffnen. Aber irgendwann sollte der Trip zur Selbstfindung einem tieferen Wunsch nach wahrhafter Erlösung und Befreiung weichen, nach echter, tiefer Gotteserfahrung. Denn die immer wieder neue Runde um das „goldene Kalb“ der Selbsterlösung offenbart irgendwann nur noch eines, nämlich: Dass man es im Grunde mit Gott nicht so ernst meint, wenn es um das Loslassen geht oder wenn die Liebe zur Welt und ihren Gütern in Wahrheit doch größer geachtet wird als die völlige Hingabe an Gott.

Hat man sich aber diesem tieferen Verständnis Jesus gegenüber geöffnet, hat man es nicht mehr nötig einzelne Sätze aus der Bibel bzw. den Evangelien zu picken, sondern es wird verstanden, dass es um etwas ganz anderes geht:

„Wer sein Leben findet, wird es verlieren, und wer sein Leben verliert um meinetwillen, wird es finden“. Mt. 10,39

Man kann an diesem Satz herumdeuteln so viel man will, er steht im Kontext aller Evangelien und Evangelien heißt übersetzt: Frohbotschaft.

Es ist eine Frohbotschaft dies zu erkennen und es ist auch eine Frohbotschaft endlich loslassen zu können, nichts mehr sein zu müssen und Hingabe neu erlernen zu dürfen.

„Wer sein Leben findet, wird es verlieren“! Könnte es Jesus noch deutlicher sagen? Und um was geht es anderes in der Selbstverwirklichungs-Szene als um jede Form von „sein Leben zu finden“? Mit welchen Satz könnte er es deutlicher sagen?

Kann man dieses Wort einfach ignorieren und sagen, man findet Jesus Christus toll? Gibt es einen Jesus ohne seine Worte, die unbezweifelt auf ihn zurückzuführen sind? Kann man Jesus verehren, aber das Grundsätzliche, was er gesagt hat, einfach außer acht lassen?

Viele zweifeln die Worte in der Bibel generell einfach an. Aber die Worte Jesu in den vier Evangelien sind in den ersten Jahrhunderten des Urchristentums so gut belegt, dass man sie als gesichert annehmen kann.
Papyrusforschers Carsten Peter Thiede, hat schon 1996 sein Buch mit dem Titel: „Der Jesus Papyrus“ herausgegeben und darin bahnbrechend darlegt, dass er bei der neuzeitlichen Auswertung unzähliger Papyrusschnipsel plötzlich auf Fragmente stieß, die eindeutig auf Textpassagen des Matthäusevangeliums zurückzuführen sind. Das allein wäre nichts besonderes, wenn es in diesem Fall nicht der geschichtliche Kontext wäre, der eine spätere Datierung wie 70 n. Chr. gar nicht zulässt. Wie gesagt, die späteste Datierung!

Ähnlich wissenschaftlich fundiert ist ebenso die Frühdatierung des Johannes-Evangeliums von Klaus Berger. Der dieses anhand neuer Erkenntnisse sogar auf das Jahr 30 n. Chr. (!) datiert.

Nein, wer die Erlösung durch Jesus Christus erleben will, muss auch die Vorstellung loslassen, dass es einen anderen Weg gibt, als die vollständige Hingabe an ihn!

Wer das nicht glaubt, wird den Weg zu ihm nicht gehen, auch wenn er meint ein Christ zu sein. Erst durch diese völlige Lebensübergabe kommt eine Umkehr zustande, die ein anderes Leben gebiert. Ein Leben das niemand vorweg nehmen kann, indem er Jesus nur immer anruft, wenn er in Not ist oder dringend Hilfe braucht. Der Systemwechsel kommt so nicht zustande.

Wer die Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes“. Lk. 9,62

Das sind keine lieblichen Worte. Diese Worte klingen in den Ohren von Allversöhnern und „Licht und Liebe-Menschen“ hart und intolerant. Ein bisschen Jesus „dazumischen“ geht bei diesen Worten nicht.

Einen Partner der sich immer alle Türen offen lässt, weil sich ja immer was besseres finden kann, den kann man sicher sehr frei und tolerant finden, oder aber auch, wenn man selber betroffen ist, verantwortungslos und lieblos. Eines ist er jedenfalls nicht. Er ist nicht bereit, dass sich innerhalb einer intensiveren Beziehung Türen öffnen, die ihm bisher verschlossen blieben.

Bei Gott ist es nicht anders. Erst wenn wir uns ganz auf Jesus einlassen, öffnen sich die Türen die sonst einfach verschlossen bleiben. Es fehlt ansonsten an Intensität der Entscheidung und des Willens, letztlich an der LIEBE zu Gott, die mit noch so viel Toleranz und „lieblich sein“ nicht wett gemacht werden kann.

Ja, es gibt keine Gestalt die mehr verunglimpft wurde, mehr missverstanden, mehr verachtet und vor allem, mit mehr Etikettenschwindel versehen wurde – und noch wird, als Jesus Christus. Und das vor allem von „Christen“.

Über ihn wurde mehr geschrieben, gedacht, geforscht und interpretiert, als über jede andere Gestalt der Weltgeschichte und der Index der gesamten Weltliteratur, die ihn zum Thema hat, wird mit weitem Abstand von ihm angeführt. Er ist somit anerkanntermaßen die prägendste Persönlichkeit der Menschheitsgeschichte, bis auf dem heutigen Tag!

Ein großer Teil der Esoterik-Welle und eine Vielzahl von spirituellen Lehrern bezieht sich heute mehr den je auf Jesus Christus. Seine Popularität ist ungebrochen und instinktiv scheinen sie zu spüren, dass in diesem Namen Kraft, Wahrheit und Licht ist.

Aber bei weitem nicht in allem wo Christus drauf steht ist auch Christus drin, könnte man sagen. Der Etikettenschwindel esoterische Wahrheiten zu untermauern und Jesus in den Mund zu legen ist fast schon gängige Praxis geworden. Um die Arglosen zu täuschen sprechen sie von Gott, wobei ihre Weltanschauung komplett ohne Gott auskommt. Das betrifft auch große Teile von Theologie und Kirche. Für sie ist Jesus nur ein Mensch, ein Lehrer, gewesen – nicht der menschgewordene Gott. Daher liegt auch ihnen nichts an einer Frühdatierung der Evangelien. Sie brauchen „Interpretationsspielraum“ für ihre Theorien.

Im Urchristentum der ersten Jahrhunderte, war das anders. Da gab es keine einzige Gestalt des Glaubens, die die Gottheit Jesu nicht anerkannt hätte. Sie war neben der Auferstehung sogar die Kernbotschaft des frühen Christentums.

Wenn du dich also mit diesem Etikettenschwindel nicht mehr zufrieden geben willst und zu denen gehörst, die herausfinden wollen, wer Jesus Christus wirklich ist. So kann ich dir etwas ebenso einfaches wie wirksames raten:

Die vier Evangelien mal völlig unvoreingenommen durchzulesen und – Ihn einfach selbst zu fragen!

Eine lebendige Beziehung zu ihm, zu Jesus Christus, kann niemand vorwegnehmen – und soll es auch nicht! Er ist Auferstanden weil er der Lebendige ist! SEINE Verheißung: „Wer suchet der findet“, ist wahr!


lebenslebendig

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Veröffentlicht von

lebenslebendig

seit mehr als 25 Jahren bin ich auf meinem spirituellen Weg der durch viele esoterische Richtungen wieder zurück zum Christentum geführt hat. All die Jahre hindurch hat mich das Studium sämtlichen Schriften aus dem Urchristentum nie losgelassen. Mir geht es inzwischen absolut wie in dem Gleichnis von dem Schatz im Acker oder dem, der DIE Perle gefunden hat: „Das Himmelreich gleicht einem Schatz, verborgen im Acker, den ein Mensch fand und verbarg; und in seiner Freude ging er hin und verkaufte alles, was er hatte, und kaufte den Acker. Wiederum gleicht das Himmelreich einem Kaufmann, der gute Perlen suchte, und als er eine kostbare Perle fand, ging er hin und verkaufte alles, was er hatte, und kaufte sie.“ ( Matth. 13,44-45)

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