Die Königstochter

Es war einmal vor langer, langer Zeit, da gab es zwei Königreiche. Eines war das große Perserreich im Morgenland, welches von Kyrios gegründet und regiert wurde und das andere das griechische Königreich von Athine. Beide Königreiche waren befreundet, stammten sie doch von einem gemeinsamen Friedensreich ab, das vor langer Zeit existierte und in dem Gott als alleinger HERR und wahrer König verehrt wurde.

Der König von Athine hatte eine wunderschöne Tochter, die vor einiger Zeit ausgezogen war in die Nachbarstadt Discordiae, in der viel Unruhe herrschte. Reiche Handelsleute trafen sich dort und zechten oft ganze Nächte mit Glückspiel und viel Alkohol und willfährigen Dirnen, bevor sie weiterzogen. Dafür war diese Stadt weithin bekannt.

Doch seit einiger Zeit buhlten auch zwei sehr reiche und adelige Handelsleute um die Gunst der Königstochter und die ganze Stadt spaltete sich derentwegen in zwei Lager auf. Denn jeder der beiden hatte ein großes Gefolge von Gespielinnen und Günstlingen, die hofften von deren Reichtum zu profitieren.

Eines Tages aber eskalierte die Situation und es wurde ein großer Kampf in der Arena ausgerufen. Denn beide Kontrahenten hassten sich inzwischen so sehr, dass sie bereit waren bis in den Tod zu kämpfen für den Preis, der für den Überlebenden ausgerufen wurde, nämlich, die Königstochter zur Gemahlin zu nehmen. Diese aber war erzürnt und traurig zugleich, als sie erfuhr, dass sie ohne auch nur gefragt zu werden als Besitz oder Trophäe ausgerufen wurde.

Als alles Volk in die Arena stürmte kam auch sie, um diesen unsäglichen Kampf zu verhindern, aber niemand hörte auf sie. Kaum stand sie in der vorderen Reihe, da erblickten sie aber auch schon beide Kontrahenten, die wie zwei aufgeplusterte Kampfhähne aufeinander los stürmten! Die Menge tobte und brüllte dabei in ihrem Blutrausch und es herrschte eine gespenstische Stimmung in der ganzen Arena und über der ganzen Stadt.
Bald waren beide blutüberströmt und einer der beiden schwer am Kopf getroffen, so dass er immer wieder zu Boden sank. Er kämpfte sterbend um sein Überleben und es war furchtbar anzusehen, wie sein Konkurrent ohne Gnade und erbarmen in mörderischer Wut und in unverminderter Härte auf ihn einschlug.

Neben der Königstochter, die vor Entsetzen weinte, stand aber ein unscheinbarer Handelsmann, der auf der Durchreise war und diesem Spektakel ebenso wortlos wie angewidert beiwohnte. Er erkannte, dass dieser ganze Wahnsinn wegen ihr stattfand. Der Schönheit neben ihm, neben der er zufällig stand und die kaum noch jemand bemerkte.

Da nimmt er sich ein Herz und wendet sich ihr zu und sagt: „Edle Königstocher, was nur nützt es, wenn Männer um das Herz einer wundervollen Frau kämpfen aber währenddessen weder Kummer noch Tränen in ihren Augen sehen?“
Verwundert über diese Worte wendet sich die Königstochter zu ihm und fragt leise: „Edler Herr, wem von beiden gehören Sie an?“ Er aber sieht sie mit einem tiefen und langen Blick an und sagt: „Keinem“. Darüber erstaunt fragt sie: „Woher kennen wir uns…?“ Doch sogleich in diesem Moment bricht ein Tumult los, da einer der beiden Kämpfer soeben regungslos zu Boden fällt, begleitet von lautem Gebrüll und Gedränge auf allen Reihen. Da ergreift der Fremde schnell ihre Hand und sagt: „Komm, schnell weg von hier, bevor sie dich mit ihren blutigen Händen in Besitz nehmen wollen!“

Die Königstochter zögerte einen Moment wegen ihres noch so beschwerten Herzens, dann aber folgte sie ihm und sie laufen beide los, hinaus aus der Arena und draußen vor den Toren wartet schon der Kutscher des Handelsmannes, der sofort angewiesen wird loszufahren. Die Königstochter ist nun erstaunt aber auch ein wenig verängstigt und fragt: „Wohin fahren wir?“
Da sieht ihr der Fremde ermutigend und freundlich in die Augen und sagt: „In eine Stadt, in der Du als Kind oft warst und nachher auch noch manchmal, aber in den letzten Jahren nicht mehr. Sie heißt: Eftychía, das heißt übersetzt „Freude & Glück“ und es wird dort zu Ehren der Fortuna, der Göttin des freundlichen Schicksals, soeben ein Fest gegeben, welches 3 Tage dauert. In diesen 3 Tagen wird nur getanzt, gesungen und gefeiert und alle Menschen sind dort fröhlich, weil sie zu Ehren Gottes alle dorthin kommen. Sie alle haben eines gemeinsam: Sie waren in einer großen Not und in einer ausweglosen Situation und Gott hat sie aufgrund eines freundlichen Schicksals herausgeführt aus dieser Not und sie danken IHM nun von ganzem Herzen!“

Da ist die Königstochter erstaunt und verwirrt zugleich und ruft: „Aber woher kennst Du mich?“ Da gesteht der Fremde und sagt: „Ich bin ein Verwandter des Königs vom Morgenland und als Handelsreisender immer wieder in der Stadt Athine und mache dort Geschäfte mit dem Königshaus und seit geraumer Zeit auch mit Aristides, deinem Bruder, mit dem ich nun befreundet bin. Als dieser erfuhr, dass ich in die Stadt der Handelsleute weiterziehe, die er die Stadt der Laster nennt, da bat er mich ihm zu berichten, was dort geschieht, da er sich seit längerer Zeit sehr große Sorgen macht um seine Schwester, die dort wohnen soll. Ich versprach ihm, dass ich ihm berichten werde. Aber als ich dort ankam, herrschte ein riesiger Tumult und ich war erstaunt über die aufgebrachte Menge und dem vielen Geschrei, das in dieser Stadt herrschte. Ich fragte einige Vorbeilaufende und sie riefen nur: „Komm in die Arena! Es findet dort ein großer Kampf statt!“ Als ich dort ankam begegnete ich einigen früheren Geschäftsleuten von mir und diese verschafften mir sogleich einen der vorderen Plätze um zu sehen, was dort geschieht. Aber ehe ich mich versah erkannte ich, dass Du es bist, die geliebte Schwester meines lieben Freundes Aristides, die da neben mir steht und… weint!“

Da weint die Königstochter abermals aber es sind diesmal Tränen der Erleichterung und Dankbarkeit und sie umarmt den Fremden, der ihr von Anfang an so vertraut war, obwohl er doch ein Fremder ist.

So fahren sie bereits eine lange Zeit und die Abendsonne erstrahlt schon in ihrem goldgelben Licht als sich plötzlich der Kutscher umdreht und spricht: „Mein Herr, wir sind da!“ Sogleich aber werden sie auch schon von den tanzenden und singenden Menschen um sie herum an den Händen genommen und sie beginnen zu lachen und zu singen und sich zu freuen. Da bemerkt die Königstochter auch die Freudentränen ihres Begleiters und es wird ihr gewahr und sie fragt: „Warum bist Du auf dem Fest der Fortuna?“ Daraufhin spricht er mit bewegter Stimme: „Ja, auch ich habe, wie alle hier, allen Grund an diesem besonderen Ort zu feiern und für mein günstiges Schicksal Gott zu danken!“ Und er erzählt ihr alles was geschah, bevor er los gezogen war aus seinem Heimatland und wie er sich zuvor verblenden ließ von all dem Geld und Reichtum und Intrigen und wie er bedroht wurde und fliehen musste, um nicht immer noch tiefer verstrickt zu werden in ein ungünstiges Schicksal.

Als er ihr aber von seiner Flucht erzählt, da wird die Königstochter wieder traurig und ganz unruhig und große Angst breitet sich in ihrem vorhin noch so strahlendem Gesicht aus und sie ruft: „Sie werden uns finden und nicht eher ruhen, bis sie mich als ihre Trophäe in Besitz genommen haben! Als Strafe aber werden sie mich einsperren lassen, da ich geflohen bin! Dich aber werden sie töten, wenn sie all dies erfahren werden! Außerdem bin ich ganz zu Unrecht auf diesem Fest und ich erzürne damit Gott, denn ich habe nichts dafür getan, ein günstiges Schicksal zu erfahren!“

Noch ehe der Fremde, der mittlerweile kein Fremder mehr war antworten kann läuft sie auch schon unter Tränen auf den Platz und kniet mitten in der Menge nieder und betet voller Inbrunst: Allmächtiger, ewiger Gott ich verdiene es nicht hier zu sein, denn ich habe alles in meinem Leben falsch gemacht. Nimm mein Leben hin, wenn es DEIN Wille ist! Ich lege es allein in DEINE Hand!

Als sie sich vom Boden erhebt, wendet sie sich ihrem Begleiter zu und ihr wird die wundervolle Musik gewahr, die ihr Herz berührt und so beginnen sie zu tanzen, so innig und so anmutig, als wäre es ihr letzter Tanz und sie singen, so schön und so berührend aus ihrem ganzem Herzen, als wäre es ihr letztes Lied und ebenso trinken, lachen und feiern sie, als wäre es ihr letzter Trunk, ihr letztes Lachen und ihre letzte Feier.

Das aber gefällt Gott im Himmel so sehr, dass er einen Engel sendet und ihm aufträgt: „Geh zu diesen Beiden, die mich mehr als andere auf meinem Fest verehren und ich will es geschehen lassen, dass sich ihr Herz erfüllt mit großer Freude und Leichtigkeit, so dass meine Liebe alle Winkel ausfüllt, dann nimm aber ihren Kummer und binde ihn außerhalb der Stadt, damit er ihr Herz nicht mehr in Besitz nimmt.“
In dieser Sekunde aber küssen sie sich, die Königstochter und der vormals Fremde und zur selben Zeit kommt der Engel Gottes und bindet nun ihren Kummer und für diesen kurzen Moment lang vergessen sie die ganze Welt um sich herum und es scheint, als würde die Erde einen kurzen Moment lange stillstehen.

Es ist eine große Ruhe eingetreten auf dem Fest als sie plötzlich bemerken, wie alle Gäste gespannt in eine Richtung schauen und Platz machen und siehe da, eine wunderschöne, leuchtend helle Kutsche gezogen von zwei weißen Pferden fährt majestätisch auf dem Festplatz. Aus dieser Kutsche aber steigt ein alter Mann mit seiner ebenso schon hoch betagten Frau. Als sie auf die Mitte des Festplatzes zuschreiten versammeln sich die Gäste um sie herum im Kreis und es scheint, als würden diese Beiden jünger und jünger werden, je mehr sie die Mitte des Platzes erreichen. Da fragt die Königstochter leise ihren Geliebten an ihrer Seite, wer sind die, wer ist dieses wundervolle Paar?
Aber in diesem Moment erhebt auch schon dieser ehrwürdige Mann in der Mitte des Platzes seine Stimme und sagt: Danke, meine lieben Gäste, dass ihr alle hier seid. Ihr alle habt gezeigt, dass es großes Vertrauen und große Hingabe an Gott braucht um mutige Schritte zu tun, aus dem alten und verhängnisvollen Leben.
Daher will ich euch heute als Veranstalter noch ein Geheimnis offenbaren. Es gibt keinen anderen Platz auf dieser Welt, in dem sich Mann und Frau zu einem ewigen Bund vor Gott finden, als diesen.

Da geht ein raunen über den Platz und viele sehen sich mit Unverständnis gegenseitig an. Denn viele sind alleine hier und ohne Begleitung und andere wiederum sind zwar ein Paar, aber haben sich nur noch wenig zu sagen und verstehen diese Worte nicht. Einige sind auch ungehalten und machen ihrem Unmut Raum, wieder Andere aber bleiben still und nachdenklich und lassen diese Worte auf sich wirken.
Auch die Königstochter und ihr Begleiter bewegen diese Worte tief in ihren Herzen und nach einer Weile wenden sie sich einander zu und blicken sich tief in die Augen und verstehen und erkennen dass es tatsächlich keinen anderen Platz auf dieser Welt geben kann, als Eftychía, um sich als Mann und Frau vor Gott zu verbinden.

Glückselig und freudestrahlend ergreifen sie sich schließlich an ihren Händen und verlassen den Platz Richtung ihrer Kutsche. Als sie aber einsteigen und losfahren wollen, werden beide wortlos gewahr, dass es absolut die selbe Kutsche ist, die sie noch kurz zuvor auf dem Festplatz sahen.

Eilig lassen sie nun den Kutscher anweisen zu dem nahe gelegenen Schloss von Aristides und seiner Frau zu fahren welche die Königstochter schon so lange nicht mehr gesehen hatte. Als Aristides die Kutsche der Beiden schon von weitem sieht, ist er überglücklich und erwartet sie bereits zusammen mit seiner Frau auf dem wunderschönen Hof des prächtigen Schlosses.

Unendlich groß ist die Freude aller und vor allem Aristides ist froh seine Schwester so unbeschadet und sicher in seinen Armen zu halten und dass sie endlich glücklich ist!
Sofort lässt er eine Willkommensfeier über seine Diener ausrichten und ganz nebenbei erfahren sie währenddessen es schon Abend wurde, dass der siegreiche Kontrahent aus der fernen Stadt Discordiae noch am selben Tag vom Bruder des Getöteten erschlagen wurde und sich so das Wort allzeit bewahrheitet: „Wer zum Schwert greift, wird durch das Schwert umkommen.“

Für die Königstochter und den Fremden erfüllt sich hingegen dieses Wort: „Denen die Gott lieben, dienen alle Dinge zu ihrem Besten!“

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Paarbeziehung und innere Werte

An einem ganz bestimmten Nachmittag im Mai des Jahres 1925 versteht der junge Akita-Hund Hachiko die Welt nicht mehr. Viele Menschen steigen aus dem Zug am Bahnhof von Shibuya aus, aber nicht der Richtige, nicht seiner, nicht Professor Ueno.
Hachiko bleibt auf dem Bahnsteig sitzen und wartet. Auf den nächsten Zug und auf den übernächsten. Abends wird er abgeholt, aber nicht vom Professor, sondern von dessen Ehefrau, die jetzt eine Witwe ist. Ihr Mann hat während einer Vorlesung an der Kaiserlichen Universität von Tokio eine Hirnblutung erlitten und ist daran gestorben.

Hachiko weiß das nicht und sitzt auch am nächsten Tag wieder pünktlich am Bahnhof. Seit dem Jahr seiner Geburt 1923 hat er sein Herrchen morgens zum Zug begleitet und abends abgeholt.

Noch im selben Jahr verlässt die Witwe Tokio und gibt den Hund zu Verwandten. Hachiko gibt nicht auf. Er reißt immer wieder aus. Lange suchen muss man ihn nicht. Immer sitzt er am Bahnhof. Und wartet.

Der frühere Gärtner der Familie, der in der Nähe der Gleise wohnt, nimmt ihn bald bei sich auf. Täglich um kurz vor 17 Uhr wird das Tier unruhig. Dann lässt sein neuer Besitzer ihn aus der Wohnung, Hachiko läuft zum Bahnhof und mustert die Ankommenden.

Doch nicht alle sind ihm wohlgesonnen. Hachiko wird bespuckt, von Bahnmitarbeitern geschlagen, sogar mit Farbe besprüht. Das gutmütige Tier lässt alles über sich ergehen, hält sogar während der Misshandlungen weiter Ausschau nach seinem Herrchen.

Mehrere Jahre geht das so. Hachiko ist immer da. Bei Sonnenschein, bei Regen, bei Schnee, bei Sturm. Er wird krank.

Immerhin: 1928 fängt ein neuer Bahnhofsvorsteher an und hat ein Herz für Hachiko. Er füttert ihn, gibt ihm Wasser und richtet sogar eine kleine Ruhemöglichkeit ein.
Im selben Jahr entdeckt ein früherer Student von Professor Ueno das Tier und erkennt es wieder. Sein Forschungsgebiet: Akita-Hunde, wie auch Hachiko einer ist. Nur noch rund 30 reinrassige Exemplare gab es damals. Der junge Wissenschaftler schreibt mehrere Artikel über Hachiko, die in Tokioter Zeitungen erscheinen.
Hachiko wird berühmt. Alle wollen den Hund sehen, der täglich auf sein Herrchen wartet, der ihm bis über den Tod hinaus die Treue hält. Schulkinder streicheln ihn, Tierärzte päppeln ihn auf. 1934 wird an der Westseite des Bahnhofs eine lebensgroße Bronzestatue feierlich enthüllt. Tausende Japaner hatten für diese gespendet. Hachiko wohnt der Einweihungszeremonie bei, wartend und hoffend, wie immer.

Noch ein Jahr bleibt Hachiko am Bahnhof sitzen. Inzwischen fast 10 lange Jahre.

Dann am 8. März 1935 zieht er sich krank, kraftlos und einsam in eine Seitenstraße zurück – zum Sterben.

Warum erzähle ich diese traurige und herzzerreißende Geschichte in Bezug auf Paarbeziehung und innere Werte?

Ganz einfach: Wenn Hachiko auch kein Mensch, sondern „nur“ ein Hund war, wie vielleicht manche denken, so lebt er uns doch exemplarisch etwas vor was wir scheinbar alle vermissen… alle suchen… alle ersehnen… den Archetypus der Liebe: Die Treue!

Genügt es wirklich, dem „richtigen“ Menschen zu begegnen und die große Liebe & Treue stellt sich von selbst ein? Oder haben wir etwas verloren, in unserer Seele, in unseren Herzen… eine Unschuld, ein Heiligtum, ein Paradies… und wir irren seither herum… es nicht mehr findend?

Wir Menschen machen es gerne kompliziert, wenn es um die Liebe geht. Hachiko ist das nicht. Egal was er als Welpe und später erlebt hat… dass er misshandelt und traumatisiert wurde… den Menschen nicht mehr vertrauen kann. Er begegnet seinem Herrchen und es ist Liebe. Liebe & Treue in ihrer wundervollen Wechselwirkung!

Hachiko hat das, was wir Menschen ein „großes Herz“ nennen, eine Unschuld, eine Güte und eine bewundernswerte Arglosigkeit sowie einen unbeirrbaren Glauben an das Gute.

Haben wir nicht das in Wahrheit verloren? Und nicht die Fähigkeit zur Liebe an sich?

Kann es sein, dass uns die Antwort zu banal ist – für etwas so großes und geheimnisvolles wie die wahre Liebe?

Dass es der Charakter ist? Dass es – die echten, inneren Werte sind?

Diese inneren Werte die wir gerne auch „alte Werte“ nennen, als wären sie veraltet und man würde sie heute nicht mehr brauchen oder als könnte man sie einfach durch die Überbetonung der Liebe ersetzen.
Aber so ist das nicht, weil das Resultat dann Scheinheiligkeit, leere Worte, Luftblasen und Enttäuschung ist. Und wir uns dann immer wieder wundern aber es doch nicht wahrhaben wollen, dass das vielleicht der Grund ist. Dass diese geringgeachteten „alten Werte“ in Wahrheit alles andere als unwichtig sind.

Wir leben in einer Zeit, in welcher Spiritualität und Licht und Liebe in aller Munde ist! Aber was ist mit echten, inneren Werten? Warum spricht niemand darüber?

Kennen wir nicht alle Herz-Schmerz-Geschichten… schöne Geschichten, die das Leben schrieb? Schauen wir sie doch mal genauer an! Was zeichnet sie aus? Alle! Selbst Liebesfilme. Was haben sie gemeinsam?

Wir werden entdecken, dass es in all diesen wundervollen Geschichten immer eines gab: Einen oder mehrere Menschen die in besonderer Art und Weise INNERE WERTE bewiesen haben!

Vielleicht waren sie nicht immer siegreich, vielleicht noch nicht einmal erfolgreich, ja vielleicht waren sie sogar ohnmächtig und verzweifelt und der Überzeugung versagt zu haben. Aber ihre Geschichte wurde zu einem Beispiel für andere. Immer in ihrem Umfeld, aber manchmal auch darüber hinaus.

Was ist nur los mit uns? Wir verleugnen diese inneren Werte und finden sie uncool in unserem Alltag wo jeder nur noch sich selbst der Nächste ist, aber in Liebesfilmen und großartigen Geschichten verherrlichen wir sie?

Hat etwa ein Baum, der einen stabilen und gesunden Stamm ausbildet, sich um Äste und Zweige und die Vögel des Himmels, die darin nisten, Sorgen zu machen?

Wahre Liebe lebt von den inneren Werten. Nur so gelingt sie! Nur so überwindet sie mit der Zeit alle Hindernisse. Nur so werden wir in unserer Welt wieder wahrhaft Liebende finden. Heroische Menschen mit einem heroischen Charakter. Diese fallen nicht vom Himmel. Leider. Es ist eher eine sehr aussterbende Spezies in einer Welt geworden, in der innere Werte eben nicht mehr zählen. In der es nur noch um Hop oder Top, das schnelle „Glück“, das rastlose Konsumieren und einen salonfähigen Egoismus geht der sich perfekt mit den Worten: „Ich bin doch nicht blöd“ ausdrücken lässt.

Den Archetypus der Liebe… ihn wird es dann bald nur noch in alten Geschichten geben. In einer längst verlorene Welt. Aber überhoben, glanzvoll und so unrealistisch wie perfekt weiterhin in unseren Liebesfilmen. Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.
Es sei denn, wir besinnen uns endlich wieder auf das Wesentliche! Und wagen es, Charakter und Werte in unserem Leben (und Glaubensleben) wieder in den Vordergrund und in den Mittelpunkt zu stellen.

lebenslebendig